Specials

Zock’n’Roll: Kniffel meets Poker im Test

Beim Brettspiel Zock’n’Roll ist der Name Programm. Das Spiel vereint mit Kniffel und Texas Hold’em Poker zwei absolute Klassiker. Es könnte schlechtere Referenzen geben. Doch hält die spannend klingende Mixtur auch das, was sie verspricht? Wir haben die Würfel rollen lassen und verraten euch, was wir von Zock’n’Roll halten.

Was sind das denn für komische Würfelbecher? Diese Frage kommt fast unweigerlich auf, wenn man seinen Mitspielern erstmals Zock’n’Roll vorführt. Dem Spiel liegen gleich sechs dieser Becher bei. Von der Form her gleichen sie ganz normalen Würfelbechern. An der Stelle, wo sich normalerweise der Boden befindet, ist jedoch ein Loch.

Komische Würfelbecher?

Natürlich gibt es noch ein paar weitere Spielmaterialien. Da wären zunächst sechs abwischbare Tableaus mit den dazu passenden Stiften. Jeder Spieler bekommt sein eigenes Brett, auf dem die Punkte notiert werden. Auf den ersten Blick handelt es sich dabei um einen fast ganz normalen Kniffelblock, nur eben in Tableauform.

ZocknRoll Brettspiel 03

Auf dem bunten Brettchen werden gängige Kniffel-Erfolge wie Paare, Full House oder der namensgebende Kniffel selbst aufgeführt. Die Regeln sind in diesem Punkt identisch zum Originalspiel. Allerdings stehen euch pro Spieler zunächst nur zwei Würfel zur Verfügung. Jeder Spieler erhält zwei Würfel in seiner Farbe, die er vor Rundenbeginn in seinen Würfelbecher wirft.

Dank der schmalen Öffnung könnt ihr das Würfelergebnis gut einsehen und ist trotzdem recht gut vor den Blicken der anderen Spieler geschützt. Allein mit zwei Würfeln könnt ihr bei Kniffel aber natürlich keinen Blumentopf gewinnen. Dazu kommen jetzt die neutralen weißen Würfel ins Spiel.

Poker meets Kniffel

In der Tischmitte werden zunächst drei weiße Würfel geworfen. Die Ergebnisse gelten für alle Mitspieler, ganz wie beim altbekannten Texas Hold’em. Nur dass statt Karten nun Würfel in der Mitte des Tisches liegen. Jetzt könnt ihr die weißen Würfel und die Würfel in eurem Becher kombinieren. Ihr habt nun die Wahl. Entweder ihr kreuzt die gewürfelte Kombination auf eurem Kniffel-Brett an oder aber ihr zockt weiter. Entscheidet ihr euch für die erste Variante, dürft ihr euch zudem einen Bonus-Punkt ankreuzen.

ZocknRoll Brettspiel 02

Wollt ihr lieber zocken, geht es weiter. Es wird nun ein weiterer vierter Würfel in der Tischmitte geworfen, der für alle Spieler gilt, die sich noch im Spiel befinden. Eure Chancen auf ein gutes Ergebnis haben sich dadurch natürlich erhöht. Erneut habt ihr nun die Möglichkeit, aus dem Spiel auszusteigen und ein Ergebnis auf eurem Tableau zu notieren. Den Bonus-Punkt, den es noch für die Aussteiger in der ersten Runde gab, entfällt jetzt allerdings.

Vielleicht seid ihr aber auch ganz mutig und spielt auch noch die finale dritte Runde mit. In dieser kommt Würfel Nummer fünf ins Spiel. Mit den beiden Würfeln im Würfelbecher zusammen, könnt ihr euch nun also aus insgesamt sieben Würfeln ein möglichst gutes Ergebnis zusammenbasteln. Doch aufgepasst! In der dritten Runde staubt nur noch der Spieler mit dem höchsten Ergebnis Punkte ab. Habt ihr also nicht das beste Ergebnis aller noch aktiven Spieler erzielt, geht ihr völlig leer aus.

Ein Spiel für echte Zocker

Zocker gehen also ein gewisses Risiko ein, wenn sie bis in die dritte Runde spielen. Der Mut wird aber auch vielleicht belohnt. Denn neben den Punkten, die es für das Würfelergebnis gibt, kommen noch weitere Punkte für den Rundensieg hinzu. Der Gewinner der dritten Runde bekommt Extrapunkte, dessen Höhe von der Zahl der Mitspieler abhängt.

Sobald ein Spieler ein beliebiges Würfelergebnis sechsmal angekreuzt hat, endet das Spiel. Jetzt werden die Punkte addiert und der Sieger des gesamten Spiels ermittelt. In der kleinen Variante gibt es sieben mögliche Kombinationen, die mit Punkten belohnt werden.

ZocknRoll Brettspiel 01

Erweiterte Spielmöglichkeiten

Wenn ihr ein längeres Spiel bevorzugt, dann dreht die Tableaus einfach auf die andere Seite. Hier werden deutlich mehr Würfelkombinationen angezeigt. Außerdem bekommt jeder Spieler einen weiteren Würfel seiner Farbe hinzu, den er zu Beginn in seinen Würfelbecher schmeißt. Durch den zusätzlichen Würfel ergeben sich neue Möglichkeiten. Hinzu kommt etwa der Highway, eine Straße mit den Würfelergebnissen von eins bis sechs oder drei Paare. Ansonsten bleiben die Regeln gleich.

Eine Partie dauert in der Regel nicht viel länger als eine halbe Stunde. Danach wischt ihr die Ergebnisse einfach mit einem Küchentuch wieder ab und ihr könnt eine neue Runde starten. Das Abwischen der Tableaus funktioniert wunderbar. Die Qualität der bunten Brettchen ist sehr ordentlich und sollte für viele Spielrunden garantieren.

Als ich Zock’n’Roll zum ersten Mal auf der Spielwarenmesse in Nürnberg gesehen habe, schenkte ich dem Titel zunächst wenig Beachtung. Aus dem Kniffel-Alter bin ich eigentlich raus und mit Poker konnte ich noch nie viel anfangen. Die Kombination aus beiden funktioniert für mich allerdings richtig gut. Es war vor allem spannend zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Spieler mit dem riskanten Spiel umgehen. In Zock’n’Roll haben jedoch sowohl vorsichtige als auch offensive Naturen eine Chance. Ein Pluspunkt ist auch, dass sich gleich bis zu sechs Spieler beteiligen können. In einer größeren Gruppe macht Zock’n’Roll dann auch am meisten Spaß. Wenn ihr dem Glücksspiel mit taktischer Komponente nicht ganz abgeneigt seid und ihr vielleicht auch noch ein Spiel für etwas größere Runden sucht, dann ist Zock’n’Roll auf jeden Fall einen Blick wert.

Bei Amazon kaufen