
Eine Jump’n’Run-Serie von Nintendo… das erste, das wohl allen Spielern in den Sinn kommt, ist Mario, was auch sonst? Als nächstes wird dem Spieler von heute wohl Kirby einfallen, denn nach all den Jahren der Absenz ist die Donkey Kong-Reihe etwas in Vergessenheit geraten. Den letzten, leider etwas untergegangenen, Hüpf- und Renn-Auftritt hatte der Affe nämlich 2005 auf dem GameCube mit Donkey Kong Jungle Beat – die Neuauflage 2009 für Wii nicht mitgerechnet. Doch endlich hat sich Nintendo erbarmt und dem Affen die würdige Rückkehr gegeben, die er verdient. Um diese zu arrangieren, wurden die Retro Studios beauftragt, denen das Meisterwerk gelungen ist, schon einmal eine längst vergessene Spielreihe in frischem Design zurück ans Tageslicht zu holen und die nach Abschluss des dritten Teils der Metroid Prime-Reihe auch zufällig gerade frei waren. Das Ergebnis lest ihr im Folgenden.
- Rumble in the Jungle -
Eines vorweg: So dramatische Änderungen wie sie Metroid wiederfahren sind, sollte man beim Donkey Kong-Tribute nicht erwarten, diese sind dafür zahlreich im Detail. Wer die Donkey Kong Country-Reihe auf dem seligen Super Nintendo kennt und geliebt hat, wird sich auch in Donkey Kong Country Returns schnell zurecht finden. Auch die Story weist erschreckende Parallelen auf. Wieder einmal wird des Gorillas Bananenschatz gestohlen. Diesmal allerdings nicht von einem miesgelaunten Reptil, sondern von Elefanten, Giraffen, Eichhörnchen und anderem Getier. Diese stehen unter dem Einfluss der kürzlich durch einen Vulkanausbruch aufgetauchten Tiki-Masken, die beim Versuch, den Affen zu hypnotisieren, gescheitert sind – man munkelt, da etwas Masse zwischen dessen Ohren fehlt. Dies wird jedoch mit seinem Faustschlag mehr als ausgeglichen.
Nach dem kurzen Intro werdet ihr auch direkt ins erste Level des Spiels geworfen und dürft ein wenig rumlaufen und hüpfen wie in alten Tagen. Dabei stehen euch zwei mögliche Steuerungsarten zur Verfügung: Wiimote-Nunchuk-Kombi und Wiimote-solo. Der Classic Controller wird trotz idealer Voraussetzungen leider nicht unterstützt. Nach etwas rumprobieren entschied ich mich für die quergehaltene Wiimote, da das Spiel doch wesentlich exakter mit dem Steuerkreuz zu bedienen ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man nur mit einer Steuerungseinheit rumschütteln muss, aber mehr dazu gleich.
Die Standardfunktionen wie springen, rennen und greifen erledigt ihr alle per Knopfdruck. Daneben seid ihr in der Lage Donkey auf den Boden trommeln zu lassen, um so Gegner zu betäuben oder bröckeligen Untergrund zu zertrümmern. Ausgeführt wird das ganze durch einfaches Schütteln des entsprechenden Controllers. In ähnlicher Weise funktioniert das mit dem Pusten, um Blütenblätter von rumstehenden Blumen im Wind zu verstreuen und dadurch eventuell ein paar Bananen, eine Münze oder ein Puzzleteil zu bekommen. Wie gehabt gibt es für 100 der gelben Früchte ein Leben, die Münzen nutzt ihr zum Einkaufen in Crankys Laden und mit den Puzzleteilen spielt ihr Artworks im Hauptmenü des Spiels frei. Daneben gibt es noch das obligatorische K, O, N und G zu sammeln, mit dem ihr ein besonders knackiges Zusatzlevel in jeder Welt freispielen könnt.
Doch zurück zum Schütteln und warum mich die Sache überhaupt derart stört: Um zu rollen, müsst ihr rennen und schütteln. Kein Scherz! Wer auf diese selten dämliche Idee gekommen ist, gehört definitiv gefeuert. Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich gerade trommeln wollte aber noch nicht völlig im Stillstand war, weshalb der Affe eine Rolle machte und im nächsten Abgrund landete. Ein eklatanter Designfehler, aber glücklicherweise der einzige grobe Patzer.
