
Sonic ist wieder da! Ok, eigentlich war er ja nie weg, denn mit welcher Frequenz die Spiele des blauen Flitzigels erscheinen, ist schier unglaublich. Dass die Qualität der einzelnen Titel darunter teilweise erheblich leidet, ist in der nahen Vergangenheit ebenfalls aufgefallen. Namentlich seien hier Sonic und der Schwarze Ritter oder das unsägliche Sonic The Hedgehog für PlayStation 3 und Xbox 360 erwähnt. Doch nun scheint alles besser zu werden und Sonic bekennt endlich Farbe. Dass uns hier eine Revolution des dahinsiechenden Jump’n’Run-Genres ausbleibt, werden wohl die wenigsten bezweifeln. Jedoch scheint Team Sonic mit der neuesten Episode ihres Maskottchens wieder auf der richtigen Spur zu sein.
- Bunt wird immer noch mit „u“ geschrieben -
Fans, die den Titel bereits seit längerem verfolgen, werden festgestellt haben, dass der Titel nun anders als auf den bisherigen Releaselisten geschrieben wird, denn dank den Briten bekamen wir Europäer exklusiv ein „u“ spendiert. Das war’s allerdings schon an Änderungen, der Spielinhalt ist derselbe: Dr. Eggman hat einen Vergnügungspark im Weltall aufgebaut. An sich nichts bedrohliches, doch Sonic riecht natürlich das faule Brathähnchen und macht sich per Superexpress-Lift auf den Weg ins bunte Vergnügen. Ihn begleitet dabei sein langjähriger Fuchsfreund Tales, der allerdings im Spiel keine aktive Aufgabe übernimmt und lediglich in Zwischensequenzen seine Weisheiten zum Besten gibt. Im Verlauf der ersten Levels lernt man die Whisps kennen. Seltsame, außerirdische Wesen, die Sonic mit nützlichen Fähigkeiten ausstatten. Ihre Heimatplaneten wurden per Traktorstrahl an den Vergnügungspark gebunden und nun bitten sie Sonic, sich aufzumachen und die Generatoren des Strahls, die sich in den fünf Welten befinden, zu zerstören. Logisch nimmt der blaue Held den Auftrag an und flitzt sofort los – natürlich nicht ohne zuvor (und während der gesamten Spielzeit über) ein paar Sprüche zu klopfen. Es hat schon etwas Amüsantes, wenn man sich die schön gerenderten Szenen ansieht und man angesichts der dort geführten Dialoge Fremdscham verspürt. Spätestens nach der Benutzung des Wortes „epic“ in einer der ersten Spielszenen wandert die Hand fast automatisch gen Vorderkopf.
- Er läuft und läuft -
Wenn man einen Fan fragt, was er als das wichtigste Element bei einem Sonic-Spiel erachten würde, so würde man vermutlich „Schnelligkeit“ zu hören bekommen. Ein Merkmal, dass die 2D-Spiele im Jump’n’Run-Genre von der breiten Masse abhob und bislang auch mehr oder weniger gut in die 3D-Ära verfrachtet wurde. Dabei tauchte leider immer wieder ein Problem auf: mangelnde Übersicht. Man rennt und rennt immer schneller durch die Levels, sammelt Ringe, genießt den Geschwindigkeitsrausch und wird dann jäh von einem auftauchenden Gegner gestoppt, verliert alle Ringe – ein Element, das die Spielergemeinde spaltet – und regt sich tierisch auf. Dies war bei allen Teilen der Serie so und wird vermutlich auch immer so sein, denn auch Sonic Colours macht hier keine Ausnahme. Gerade durch die Halbautomatik im Spielverlauf fühlt man niemals sichere Kontrolle über den Hauptcharakter. In einer Szene läuft Sonic automatisch und man muss lediglich durch drücken von links oder rechts den Gegenständen ausweichen, dann schwenkt ohne Vorwarnung die Kamera um und man ist wieder in der Lage sich frei zu bewegen. Gerade in diesen Szenen merkt man vor allem bei Sprüngen, dass sich das Ganze etwas schwammig anfühlt. Auf diese Weise muss man die Levels teilweise mehrfach angehen und kritische Stellen auswendig lernen.
Doch abgesehen davon ist es generell nicht der einfachste Teil der Serie. Die einzelnen Stages fordern euch gerade gegen Ende einiges an Reaktion ab, selbst wenn man weiß, was auf einen zukommt. Eine nette Hilfe hierbei ist das Warndreieck, das immer kurz vor einem bodenlosen Abgrund auftaucht. Auf diese Weise muss man kein Trial & Error betreiben, um herauszufinden, ob in der nächsten Schlucht nicht eventuell noch ein Item auf einen wartet. An dieser Stelle gibt es neben den obligatorischen goldenen Ringen pro Stufe fünf rote Sternringe zu sammeln, mit denen man in einer Art Challenge-Modus nach und nach Levels freispielt. Dieser ist übrigens auch, im Gegensatz zum Hauptspiel, für zwei Spieler zugängig.
