
GoldenEye 007 - kaum ein anderer Shooter sorgte damals für sich überschlagende Höchstwertungen in den Printmedien. Ein Spiel, welches Mädels und Jungs gleicherweise vor dem Röhren-TV fesseln konnte, eine der wenigen Filmversoftungen, die überzeugen – nein, GoldenEye 007 prägte den Begriff Lizenz zur Klasse. Nun finden wir uns im Jahre 2010 wieder und einige Überraschungen dürfen wir nun doch noch erleben: Duke Nukem Forever ist doch nicht tot und soll 2011 erscheinen und selbst GoldenEye 64 kriegt eine Wii-Umsetzung spendiert. Auf der gamescom durfte ich den Multiplayer, wieder traditionelles N64-Splitscreen-Geholze, antesten und mich mit Kollegen anderer Redaktionen messen. Des Weiteren wurde uns von einer Entwicklerin in feinstem British English (We got Daniel Craig to do all the voice samples actually) die erste Kampagne im Dschungel präsentiert.
- Daniel Craig als neuer Star -
Wer aus der N64-Ära kommt, hat sehr hohe Ansprüche an GoldenEye 007, die fast schon nicht mehr zu erfüllen sind. So wurden wir gefragt, wer von uns (wir waren fünf Leute) denn GoldenEye 64 noch kennt. Die Antwort bzw. der Fingerzeig mau, nur zwei Personen, meine Wenigkeit inklusive, meldeten sich. Klare Fronten also, oder wie Daniel Craig sagen würde: „Words to live by“. GoldenEye 007 sieht sehr verwaschen aus. Ich musste erstmalig richtig schlucken, als ich den Dschungel bzw. das feuchte Grün sah. Da hat man sich wohl etwas zu nah am N64-Original orientiert. Bei der Präsentation konnte man auch eine gewisse Verlegenheit wahrnehmen, da man ein Panel weiter Black Ops präsentierte. Erfreulicherweise wird der erste Schock aber gleich durch ein bekanntes Bondfeeling positiv überschattet, denn für einen kurzen Augenblick erklingt die GoldenEye 007-Musik kristallklar und in bester Qualität in meinem Kopf und ich denke an den Elektro-Schocker, den man frei spielen konnte. Eine gewisse Romantik, wenn man es so will.
In GoldenEye 007 wird es verschiedene Möglichkeiten geben, die Levels abzuschließen. Entweder mit Pauken und Trompeten und runtergelassener Hose oder aber man schleicht und trifft auf der alternativen Routine vereinzelt Gegner, die am besten per Kopfschuss eliminiert werden sollten. Jeder Gegner hat, musikalisch untermalt, ein kurzes Reaktionszeitfenster, in welchem man präzise das Lebenslicht ausblasen sollte. Ein nettes Gimmick, da dies sehr authentisch wirkt - Bond befindet sich in diesem kurzen Intervall in einer Slow-Motion-Phase. Natürlich werden auch die bondtypischen Gadgets einen weitaus höheren Stellenwert einnehmen, denn direkt zu Beginn muss man das Handy dafür benutzen, die Selbstschussanlagen umzuprogrammieren und sich so effizient den Weg frei zu bahnen. Ein sehr netter Twist, da man bei GoldenEye 64 schon öfters das Verlangen nach Gadgets hatte – schließlich sind diese zumindest in den früheren Bondfilmen ein Running Gag. Desmond Llewlyn, Gott habe ihn selig.
- Auf dem Weg zur Multiplayer-Krone? -
Zum Schluss durften wir selbst Hand an den Multiplayer-Modus legen. Hier könnt ihr in die Haut bekannter Bond-Bösewichte schlüpfen, die immer noch zeitlos genial sind und niemals altern. Sei es Jaws oder Odd-Job, der sogar seinen Hut werfen kann. Ich hatte leider nicht das Vergnügen mit der goldenen Wii-Remote spielen zu können. Positiv zu erwähnen ist hier, dass man sich steuerungsspezifisch an PlayStation 3- und Xbox 360-Shooter orientiert hat. Diese Handhabung funktioniert auch tadellos und ich muss gestehen, dass genau diese Steuerung bei GoldenEye 64 damals dazu geführt hätte, dem Spiel 12 von 10 Punkten zu geben. Am Ende stellte ich allerdings eine Frage, die für meinen Geschmack etwas sehr „arrogant“ beantwortet wurde. Die Frage, ob GoldenEye 007 in Deutschland erscheinen wird, da der Vorgänger niemals offiziell bei uns erschien. „Natürlich, wieso denn nicht“, wurde mir migeteilt. „Sogar mit 16er Freigabe.“ Tja, meine Freunde, anscheinend war ich wohl der einzige, der damals GoldenEye 64 spielte, denn so selbstverständlich sind Releasetermine von Shootern in Deutschland in keinster Weise.
