
Es gibt wohl kaum jemanden, dem beim Betrachten des ersten Next Generation Portable-Aufgebots nicht die Kinnlage herunterklappte: Das ist echte Spielegrafik? Auf einem Handheld? Uncharted, Resistance und Co zeugen immerhin von einer Grafikqualität, die sich nicht hinter der aktuellen Konsolengeneration verstecken muss. Sonys PSP-Nachfolger weiß technisch zu begeistern und die Konkurrenz – sei es Nintendos 3DS oder die aufkeimende Schar an hochgezüchteten Smartphones – in die Schranken zu verweisen. Man habe aus seinen Fehlern gelernt, brüstet sich Sony stolz. Die zweite tragbare PlayStation solle nicht in dieselben Fallen tappen, wie es seinerzeit die PSP tat. Rundherum habe man gearbeitet und gewerkelt um einen Handheld zu entwickeln, der sich wahrhaftig „Next Generation“ nennen darf.
» Doch könnte die überragende technische Leistung zum größten Risiko der NGP werden? «
Sicher, kein anderes Feature des neuen Geräts aus dem Hause Sony wusste so sehr die Aufmerksamkeit der spielenden Weltbevölkerung auf sich zu ziehen. Den ersten Reaktionen zu urteilen könnte man glauben, dass Sony sich ganz und gar in Richtung Erfolgskurs bewegt. Die Nähe zur aktuellen Konsolengeneration kann aber zur Gefahr werden. Nämlich dann, wenn Publisher leicht verdientes Geld in abgespeckten NGP-Portierungen der aktuellen PS3- und Xbox 360-Highlights sehen.
„Das soll eine Gefahr sein? Tragbare PS360-Spiele, das ist doch grandios!“, mag der ein oder andere nun denken. Ganz zu recht, die Idee klingt beinahe zu gut um wahr zu sein. Dennoch sollten wir uns die Zeit nehmen, um ein halbes Jahrzehnt in die Vergangenheit zu blicken: Die erste Enthüllung der PlayStation Portable zog genau denselben Enthusiasmus mit sich; der Gedanke an eine PS2, die in die Hosentasche passt, verschlug die Sprache. Jeder war von der PSP begeistert, jeder fand sie interessant – und letztenendes verflog ihr Erfolg nach einem vielversprechenden Start recht schnell.
Die Hardware ist eben doch nur fast auf dem Niveau der aktuellen Heimkonsolen. Die vorher noch herbeigesehnten Portierungen der großen Geschwister entpuppen sich auf einmal als viel weniger interessant als gedacht, sobald man bemerkt, dass es sich dabei nur um heruntergeschraubte Versionen der großen Vorbilder handelt. Und wer greift schon gerne zu der unterlegenen Version, wenn er auch die bessere spielen kann?
