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Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester

Stellungnahme zum Spiegel-Artikel: Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester

Special 06.09.2011
von
Emanuel Rilling

Ich muss zugeben, mit einigen Punkten hat Christian Schmidt recht, wenn er in seinem Kommentar auf Spiegel Online Games-Tester kritisiert. Viele andere Tatsachen hingegen werden vom ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der GameStar falsch analysiert und intepretiert. Das liegt vermutlich daran, dass das Branchenurgestein aus einem antiquierten Industriezweig kommt, der nicht ohne Grund am aussterben ist: den Printmagazinen im Videospielsektor. Und so fällt die vermeindliche Abrechnung mit der Videospielbranche nicht so aus, wie sich das Herr Schmidt wohl gedacht hat.

- Mehr Geist für Games-Tester? -

Christian Schmidt kommt ein bisschen spät, denn bereits im Jahr 2004 hat der Journalist  Kieron Gillen den sogenannten New Game Journalism eingeführt. Ziel der ganzen Sache war es, Spieletests persönlicher und interessanter aufzubauen. Umgesetzt wurde dies mit persönlichen Anekdoten, Referenzen auf andere Popkultur-Güter und weiteren Experimenten. Viele Kritiken erzählen seitdem “Geschichten über Spiele, nicht nur Geschichten aus Spielen”, wie es sich Schmidt wünscht. Vermutlich war der Begriff New Game Journalism für ihn damals nur eine unwichtige Randnotiz.

Mich freut es, dass Christian Schmidt endlich aufgewacht ist und das fordert, was wir alle wollen: Spielekritiken mit mehr Geist. Was er aber übersieht: Dieses Schema wird bereits seit Jahren praktiziert, von einigen Videospielwebseiten und Blogs mal mehr, von anderen mal weniger. Fernab der eingefahrenen, kommerzialisierten Verlage hat sich eine Subkultur entwickelt, die den New Game Journalism betreibt. Aber auch große Publikationen spielen mit: Das britische Originalformat von Eurogamer hat sehr oft interessante Reportagen und beleuchtet Spiele aus verschiedenen Blickwinkeln, das britische Printmagazin EDGE setzt ebenfalls auf fundierte Hintergrundberichte. Ein deutsches Beispiel habe ich auch: Das Printmagazin GEE ging einen komplett anderen Weg als die Konkurrenz und wollte erwachsene Spieler ansprechen. Ihren Testbericht zu Mass Effect 2 habe ich genüsslich verschlungen, so sollten die meisten Kritiken geschrieben werden! Und was ist jetzt? Das Magazin erscheint nicht mehr in Printform, den schwachen Verkaufszahlen sei dank. Wir können also festhalten: Spieletests mit mehr Geist gibt es sowohl online als auch im Zeitschriftenhandel. Was erklärt aber das große Printsterben?

» Das Problem der schwachen Printverkaufszahlen liegt nicht nur an den Spieletests, sondern an dem Format selbst – es hat ausgedient. «

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Emanuel Rilling
Chefredakteur von Next-Gamer und Survivor wie in The Last of Us. Lieblingsspiel: Ocarina of Time.

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