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  Konsolen bald nur noch Altmetall?
05.01.2010, DienstagAutor:  Christian Sengstock
 
Der Jahreswechsel ist mittlerweile erfolgreich vollzogen und das Internet wimmelt wie jedes Jahr von Rückblicken. Welche waren die besten Games? Welche Konsole hatte die beeindruckendsten Exklusivspiele und welche Internetseite weltweit hat nach Next-Gamer.de die kompetentesten und bestaussehenden Redakteure und Redakteurinnen? All dies wird in Schrift, Bild und Ton geklärt. Was jedoch nicht zu kurz kommen darf, ist die Zukunft der Branche, die auf dem besten Weg ist, die Filmbranche alt aussehen zu lassen und das Spiel als modernes Medium vollkommen gesellschaftsfähig zu machen.

Dabei wollen wir uns weniger den kommenden Top-Titeln wie Final Fantasy und Co. widmen, sondern die mögliche Entwicklung der Branche an sich ins Auge fassen. Selbstverständlich handelt es sich beim Inhalt der kommenden Zeilen lediglich um mögliche Entwicklungen, die sich abzeichnen können, denn selbst wir verfügen nicht über eine allwissende Kristallkugel oder ein weises Orakel, sonst hätten wir unseren Relaunch sicher nicht für 2009 vorhergesagt. Nichtsdestotrotz wagen wir einen Blick in das kommende Jahrzehnt der Spieleindustrie.

Die Revolution
Wenn ihr die News der vergangenen Wochen und Monate aufmerksam verfolgt habt, dann wird auch euch das Thema OnLive nicht verborgen geblieben sein. Sollte der Begriff euch jedoch Fragezeichen auf die Stirn zaubern, erklären wir euch gerne, was sich hinter der Bezeichnung verbirgt. Während das Streamen von Filmen, Serien oder Musikstücken, bei dem ihr die Daten direkt über einen Online-Anbieter bezieht, ohne auch nur einen MB eures Speicherplatzes zu benötigen, bereits Gang und Gebe ist, möchte das US-Unternehmen OnLive genau dies für die Videospielbranche etablieren. Bei diesem Vorhaben hat das Unternehmen unter anderen mit Electronic Arts, THQ, Take-Two Interactive, Codemasters, Eidos, Atari, Warner Bros., Epic Games und Ubisoft namhafte Fürsprecher gesammelt und wurde dadurch mit einer überzeugenden Präsentation zu einer Bedrohung von diversen Hardware-Herstellern.

http://data.next-gamer.de/ng/images/artikel/zukunft_gaming_special_artikelbild1.jpg

Wie das? Hinter OnLive versteckt sich ein Service, der über die effektive Nutzung von Rechenzentren genau die Leistung zur Verfügung stellt, die der Spieler aktuell nur mit seinem Highend-PC erreicht. Sämtliche Hardware-Leistung wird somit bei OnLive vollbracht und der Spieler selbst benötigt nur noch einen PC oder eine andere Hardware, die es schafft, eine solide Internetleitung aufrecht zu halten. So soll man bereits mit einer 2 Mbit Leitung in der Lage sein die Verbindung flüssig zu halten. All dies ermöglicht ein Algorithmus, der die großen Datenpakete so komprimiert, dass sie blitzschnell versendet und empfangen werden können.

Die Folgen
Die Vorteile der Technik liegen auf der Hand. Teures Aufrüsten des eigenen PCs hätte ein Ende, die effektive Nutzung der Rechenzentren und der Wegfall der Herstellung von DVDs, Blu-Rays und Konsolen sowie deren Transport führt zu einem verminderten Energieverbrauch und was für die Unternehmen wohl noch wichtiger sein sollte als der ökologische Aspekt ist die Möglichkeit Raubkopierern das Handwerk zu legen, was Spiele insgesamt günstiger machen würde. Doch die mögliche Revolution würde uns nicht ganz unbekannte Opfer fordern. Stationäre Konsolen wie Sonys PlayStation 3 und die Xbox 360 würden nicht mehr gebraucht und teure Prozessoren und Grafikchips von Herstellern wie Nvidia oder Intel wären für Gamer plötzlich uninteressant. Auch dem Einzelhandel würde eine ganze Sparte wegfallen, was nicht nur den Händler vor Ort betrifft, sondern auch dem Online-Versandhandel mehr als stark schadet.

Stattdessen beginnt ein Ansturm auf schnelle, leistungsstarke Internetverbindungen, der die aktuelle Infrastruktur aller Voraussicht nach überfordern würde. Dieser Nachfrageschub wird sich wohl auch auf den Preis der Verbindungen auswirken, sodass das eingesparte Geld zum Teil an anderer Stelle gelöhnt wird. Wir rechnen damit, dass es für Casual-Gamer selbst bei einem OnLive-Erfolg weiterhin stationäre Konsolen geben wird, da Hardware wie die Wii von Nintendo kinderleicht zu bedienen ist und keine Internetverbindung verlangt und daher als Einstiegskonsole und als Plattform für Casual-Games durchaus eine Marktlücke schließt.


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Von: SolidSnake16.01.2010 - 07:26Uhr

hehee, gerne!

Von: sunnyboy07.01.2010 - 19:45Uhr

@SolidSnake: Danke!

Von: SolidSnake06.01.2010 - 22:56Uhr

übrigens ein wirklich genialer schreibstil, gefällt mir!

Von: SolidSnake06.01.2010 - 22:54Uhr

so sieht es aus jack, hinzu kommt das die versuche mit onlive bisher nicht mal ein full hd bewerkstelligen können. sicherlich wird es fans für sowas geben aber das wird wie mit "sky" sein, es wird fans geben die es wollen, und es wird die geben die sich lieber die dvd / blu-ray kaufen um sie im regal stehen zu haben. ein ende der konsolen wird es jedenfalls nicht einleuten, zum glück :D

Von: Jack05.01.2010 - 02:56Uhr

Problem ist auch, dass die Preise für PC Hardware steigen wird und die Entwicklung gebremst, da keine so große Nachfrage mehr wie jetzt auf der Welt entsteht. Erinnern wir uns noch an Crysis, bei dessen Release tausende einen neuen PC gekauft haben oder nur wegen der "sehr hohen" Grafikeinstellungen auf das langsame Vista gewechselt sind, um alle Vorteile von DirectX zu genießen. Wer viel am PC arbeitet, braucht auch weiterhin schnelle Rechner. Wozu also ein Abo, wenn ich meine Spiele selber bewerkstelligen könnte? Die Lösung birgt viele Vor- und Nachteile. Die Wirtschaft wird sich nicht besonders freuen.

Und die Hersteller ebenso nicht. MS, Sony, Nintendo, keiner ist dabei der das vorhaben unterstützt. Wieso auch. Third Parties dagegen schon, immerhin sind sie es, die nicht zuletzt mehrfach Sony zur Preissenkung gedrängt haben, weil durch schlecht verbreitete Hardware auch die Games wenig an den Mann gebracht werden konnten. War ja klar, dass man dort positiv gestimmt ist. Warten wir es mal ab.

Von: wrowa05.01.2010 - 02:29Uhr

"Ohne jegliche Hinweise zur Bepreisung des OnLive-Angebots dürfen wir davon ausgehen, dass der Service als Abonnement vermarktet wird. Dies halten wir für wahrscheinlicher als die Vermietung von einzelnen Spielen, die ebenfalls möglich ist"

Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass man sowohl monatliche Gebühren wie auch zusätzliche Gebühren für bestimmte Spiele ausgeben muss. Ähnlich wie im Pay-TV, bei dem man für aktuellere Filme zusätzliches Geld berappen darf. 

Denn für OnLive sind 5 Leute die Peggle spielen logischerweise wünschenswerter als 5 Leute, die den neuesten hardwarefressenden Topkracher spielen. Im zweiten Fall werden einfach viel mehr (kostenintensive) Ressourcen benötigt als im ersten Fall. 

Die Umsetzung von OnLive wird ohnehin sehr interessant zu sehen sein und ich gehe fest davon aus, dass die meisten extrem enttäuscht von dem Projekt sein werden. Zumindest zur Anfangszeit. Zum jetzigen Zeitpunkt fehlt es schlicht und einfach an passender Hardware für ein solches Projekt (denn Server sind nicht in der Lage Spiele abszupielen, da sie bisher für diesen Zweck nie gebraucht wurden) und den Service mit einer Reihe an High-End PCs umzusetzen, ist nicht nur kostenintensiv, sondern auch schwer möglich (selbst High-End PCs sind nicht in der Lage zwei oder drei rechenintensive Spiele auf einmal abzuspielen). Von daher kann man fast sicher sagen, dass Cloud-Gaming zumindest in seiner Anfangsphase mit erheblichen Beschränkungen verbunden sein wird.

 
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