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Roll for the Galaxy: SciFi-Strategie im Test

Roll for the Galaxy war lange Zeit nur in englischer Sprache erhältlich. Das lange Warten hat aber nun ein Ende. Der Pegasus-Verlag hat sich dem Brettspiel angenommen und bringt den Strategie-Hit endlich in den deutschen Handel.

Ein Strategiespiel mit Würfeln? Da mag so mancher Spieler vielleicht doch ein wenig skeptisch sein. Doch lasst es euch schon vorab versichern: Roll for the Galaxy richtet sich in erster Linie an fortgeschrittene Spieler und Spieleexperten. Strategie-Fans aufgepasst!

Dickes Spielepaket

Begutachten wir aber doch vorab erstmal das Material. Dem Paket liegen haufenweise Chips, Marker, Plättchen und Tableaus bei. Das wichtigste Element sind allerdings tatsächlich die Würfel. Ganze 111 Spezial-Würfel sowie fünf Würfelbecher finden sich im Spiel wieder. Dazu gibt es noch fünf Sichtschirme, da einige Aktionen zunächst verdeckt gewürfelt werden. Am Umfang hat Pegasus also schon einmal nicht gespart.

Roll for the Galaxy Brettspiel

In Roll for the Galaxy treten zwei bis fünf Spieler gegeneinander an. Jeder von ihnen hat das Ziel, eine Galaxis umspannende Zivilisation zu errichten. Keine leichte Aufgabe. Um die großen Pläne zu realisieren, müssen die Spieler fleißig Handel betreiben, neue Welten entdecken und neue Entwicklungen vorantreiben.

In fünf Schritten zum Sieg

Schon bevor das Spiel so richtig starten kann, bekommt jeder Spieler eine ganze Menge an Material an die Hand. Dazu zählen neben dem Sichtschirm, dem Würfelbecher und fünf weißen Spezialwürfeln, auch noch eine Ablagetafel inklusive Krediteinheiten-Übersicht, ein Plättchen mit einer Übersicht der fünf unterschiedlichen Phasen sowie ein Fraktions- und ein Heimatwelt-Plättchen. Die letzten beiden bilden gleichzeitig auch die Startauslagen der einzelnen Spieler.

Von den fünf ausgeteilten Würfeln landen nun drei in den Würfelbechern. Sie stellen die einsetzbaren Arbeiter der Spieler dar. Die übrigen zwei Würfel werden zur Bevölkerung. Aus ihnen lassen sich später neue Arbeiter rekrutieren.

Alle Spieler würfeln nun verdeckt hinter ihren Sichtschirmen die drei Arbeiter-Würfel. Durch ihre Startauslage erhalten sie weitere Würfel hinzu, die ihre Optionen erweitern. Im zweiten Schritt werden die Würfelergebnisse den fünf unterschiedlichen Phasen zugeordnet. Anhand der Symbole auf den Würfeln lassen sich die Arbeiter auch ganz leicht zuordnen. Die Phasenübersicht, die jeder Spieler zu Beginn erhalten hat, lässt sich nun für die schnelle Zuordnung verwenden. Die Würfel werden einfach in Spalten unter der Übersicht angeordnet.

Roll for the Galaxy Brettspiel 01

Während der Runde werden jedoch nicht zwingend alle fünf Phasen durchlaufen. Jeder Spieler muss einen seiner Würfel dazu verwenden, um eine Phase zu markieren, die auf jeden Fall abgehandelt werden soll. Alle Phasen, die mit mindestens einem Würfel von den Spielern ausgesucht wurden, werden später auch tatsächlich durchlaufen. Landet kein Würfel auf einer der Phasen, wird dieser Teil übersprungen.

Schon in dieser frühen Phase des Spiels zeigen sich die Feinheiten. Um den Glücksfaktor nicht zu groß werden zu lassen, könnt ihr einen Würfel per Befehl zur Seite legen. Ist der Befehl aktiviert, könnt ihr einen schon zugeordneten Würfel noch einmal versetzen. Es ist nur ein Beispiel von vielen, an denen sich der Feinschliff von Roll for the Galaxy zeigt. Die Autoren haben offenbar viel Zeit in das Feintuning ihres Babys investiert. Das macht sich natürlich auch im Endergebnis bezahlt.

Erkunde die Galaxie

Nachdem alle Würfel der Spieler enthüllt wurden und somit auch die durchzuspielenden Phasen feststehen, könnt ihr endlich in die unendlichen Weiten des Weltalls aufbrechen. Wie weit ihr mit euren Arbeitern kommt, hängt aber dennoch an der Verteilung der Würfel. Es können alle Arbeiter eingesetzt werden, die zuvor unter der entsprechenden Phase einsortiert wurden. Einsortierte Arbeiter unter den inaktiven Phasen, dürfen in dieser Runde leider nicht arbeiten. Sie wandern wieder zurück in den Würfelbecher und versuchen in der kommenden Runde erneut ihr Glück.

Roll for the Galaxy Brettspiel 02

Betrachten wir die fünf Phasen einmal etwas genauer. Zunächst können die Arbeiter als Kundschafter eingesetzt werden. Sie haben in diesem Arbeitsfeld wiederum zwei Möglichkeiten. Entweder sie werden als Aufklärer eingesetzt und ihr erhaltet neue Plättchen, mit denen ihr später in der Konstruktionszone neue Errungenschaften freispielen könnt oder aber die sammeln für euch zwei galaktische Krediteinheiten.

Als zweite Einsatzmöglichkeit lassen sich Arbeiter als Entwickler verwenden. Die Arbeiter landen in diesem Fall in der Konstruktionszone. Hier lagern entdeckte Fortschritte, die aber noch nicht ausgereift sind. Jede Konstruktion kostet eine bestimmte Menge an Arbeitern. Erst wenn die geforderte Zahl erreicht ist, gelangt die Entwicklung in die Auslage und bringt euch einige Vorteile. Sie sind meist von dauerhafter Wirkung. Einige wenige Entwicklungen bescheren euch aber auch einen Sofort-Effekt.

In Phase drei geht es ans Siedeln. Schon entdeckte Planeten in der Konstruktionszone müssen von einer bestimmten Arbeiter-Zahl besiedelt werden. Ist die Zahl erfüllt, gilt der Planet als erschlossen und kommt in eure Auslage. Die neuen Welten geben euch stets einen Sofort-Effekt, meist in Form von zusätzlichen Würfeln. Dadurch erweitert ihr natürlich eure Möglichkeiten und ihr könnt so auch komplexere Aufgaben bewältigen.

Für den Gesamtsieg ist auch die Produktion von Gütern sehr wichtig. Je nach verfügbaren Welten kann ein Arbeiter dort andere Güter herstellen. Die produzierten Waren könnt ihr dann mit der fünften und letzten Phase verkaufen. Ihr könnt sie beispielsweise gegen galaktische Krediteinheiten eintauschen. Je nach Gut bekommt ihr unterschiedlich viele Einheiten auf euer Konto. Durch einige Fähigkeiten kann sich der Verkaufspreis aber auch noch einmal verbessern. Alternativ könnt ihr die Waren auch verbrauchen und dadurch Siegpunkte bekommen. Auch hier gibt es Bedingungen, die zu einer besseren Siegpunkt-Ausbeute führen können. Die Zahl der gewonnenen Siegpunkte ist abhängig von der Farbe des Guts, der Welt und des eingesetzten Arbeiters. Das Spiel endet übrigens, wenn alle Siegpunkte aus dem allgemeinen Vorrat erschöpft sind. Gleiches gilt, wenn ein Spieler mindestens zwölf Plättchen in seiner Auslage hat.

Verwalte dein Imperium

Sind alle Phasen durchlaufen, gilt es noch einige Vorbereitungen für die nächste Runde zu treffen. Ihr könnt etwa für Krediteinheiten ein paar neue Arbeiter aus der Bevölkerung rekrutieren. Auch Arbeiter aus der Konstruktionszone können wieder abgezogen werden. Ist der allgemeine Siegpunkte-Vorrat noch nicht erschöpft und hat noch kein Spieler zwölf oder mehr Plättchen in seiner Auslage, wird das Spiel fortgesetzt.

Roll for the Galaxy Brettspiel 03

Je nach Teilnehmerzahl vergehen bis dahin etwa 45 – 90 Minuten. Roll for the Galaxy lässt sich auch wunderbar zu zweit spielen. Doch auch mit fünf Personen hält sich die Wartezeit in Grenzen, da die Spieler ihre Aktionen parallel durchführen können. So wirkt das Spiel zu keiner Zeit zäh oder langatmig, auch wenn sie die Möglichkeiten der Spieler immer weiter vergrößern.

Roll for the Galaxy hat die hohen Erwartungen voll erfüllt. Nachdem das Spiel schon im englischsprachigen Raum für reichlich Furore gesorgt hat und auch das verwandte Kartenspiel Race for the Galaxy ein echtes Highlight war, startet Roll for the Galaxy nun auch endlich auf dem deutschen Markt durch. Die erste Partie spielt sich zwar vielleicht noch ein wenig sperrig, aber dann hebt das Brettspiel richtig ab. Sind die vielen Detailfragen erst einmal geklärt, fangen geübte Spieler an, ihre Punkteausbeute zu optimieren. Zurecht bekommt Roll for the Galaxy eine Altersempfehlung ab 12 Jahren, da sich jüngere Spieler vermutlich mit der Vielzahl der Möglichkeiten überfordert fühlen. Fans von strategischen Brettspielen sollten sich Roll for the Galaxy allerdings auf jeden Fall einmal genauer ansehen.

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