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Paper Mario: Sticker Star

Im Test: Paper Mario: Sticker Star

Review 30.11.2012
von
Timo Klemmer

Über fünf Jahre ist es nun her, seit Mario sich das letzte Mal als Flachmann in einem Rollenspielmix behaupten musste.

Doch nachdem der letzte Teil in eine ganz andere Richtung ging, als man es von der Reihe zuvor gewohnt war, schwanden die Hoffnungen auf ein RPG mit den Elementen, die die Reihe so beliebt machten: schnelle, rundenbasierende Kämpfe mit Geschicklichkeitseinlagen und abgedrehter Humor. Doch dann folgte mit der Ankündigung eines weiteren Teils der Serie der Lichtblick. Erste Trailer zeigten eine Rückkehr zu traditionellen Werten mit neuen Elementen, die das Spiel bereichern würden und machten Fans der Reihe den Mund wässrig. Warum mit dem neuesten Paper Mario dennoch eine subtile Mogelpackung auf uns zukommt, lest ihr auf den nächsten Seiten.

Paper Mario Sticker Star Bild 1In Stickershoven, einer kleinen Stadt des Pilz-Königreichs, findet alljährlich das Sticker-Festival statt. Zu diesem erscheint der Sticker-Komet, der beim bloßen Ansehen Wünsche erfüllen kann. Natürlich kommt es, wie es kommen muss und Bowser erscheint uneingeladen, um sich den Kometen unter den Nagel zu reißen. Jener zerbirst jedoch bei der ersten Berührung und Bowser selbst verwandelt sich durch einen herabsegelnden Royalsticker in einen übermächtigen König der gleich mal einen Sturm entfacht und das komplette Festival durcheinander wirbelt. Als Mario wieder zu Sinnen kommt, findet er sich zusammengefaltet und weggeworfen wie ein Stück Altpapier in der Mitte des Schauplatzes wieder. Bereits kurz darauf lernt er Kersti kennen, die Verwalterin der Wünsche erfüllenden Royalsticker vom Sticker-Stern. Zusammen machen sie sich also auf die königlichen Aufkleber zurückzuerobern. Ihr merkt, in dem Spiel dreht sich wirklich alles um die kleinen Abziehbildchen und ob ihr wollt oder nicht, in der ersten viertel Stunde werdet ihr mit mittelprächtigen Wortspielen zum Thema Papier und Aufkleber regelrecht zugeballert.

Doch nach dem Vorgeplänkel geht es auch schon los und beim Verlassen der Stadt fällt bereits eine entscheidende Änderung zu den Vorgängern auf. Ihr seid nicht mehr in einer großen Welt unterwegs und lauft in ihr von einem Ort zum anderen, sondern ihr wählt per Oberweltkarte die einzelnen Levels aus. Das beginnt Mario-typisch mit einer Wiesenlandschaft, in der ihr auf die noch recht schwachen Gumbas und Koopas trefft. Doch bereits diese sind dank des neuen Kampfsystems nicht zu unterschätzen!

"Ob ihr wollt oder nicht, in der ersten viertel Stunde werdet ihr mit mittelprächtigen Wortspielen zum Thema Papier und Aufkleber regelrecht zugeballert."

Je nachdem, ob man von der Mario RPG-Serie oder von der Paper Mario-Reihe spricht, hat diese ihren Anfang auf dem Super Nintendo respektive dem Nintendo 64 genommen. Das besondere im Vergleich zu anderen Rollenspielen war dabei immer das Kampfsystem, das grundsätzlich rundenbasierend ausgelegt war, den Spieler jedoch nie in eine passive Rolle drängte, in der dieser lediglich Kampfbefehle eingab. Durch geschicktes Timing, schnelles Triggern oder dem Ausführen von Tastenkombinationen ließen sich sowohl die eigenen Angriffe verstärken als auch die Angriffe des Gegners abwehren. Nachdem der Vorgänger auf der Wii, Super Paper Mario, davon zugunsten von Jump’n’Run-Elementen davon Abstand genommen hatte, kehrt der neueste Teil nun zurück zu den Wurzeln, verändert die Grundsituation aber entscheidend.

Paper Mario Sticker Star Bild 2Die Sticker, die ihr in der gesamten Welt verstreut findet und an Wänden, Blöcken, Böden und sogar NPCs kleben, sind gleichzeitig eure Angriffe. Das heißt, je mehr Sticker ihr findet, desto öfter könnt ihr angreifen. Das heißt aber auch: Sind die Klebebildchen verbraucht, könnt ihr nichts weiter tun, als aus dem Kampf zu fliehen. In normalen Kämpfen ist es unwahrscheinlich, dass euch dies passiert, finden sich doch in der ganzen Welt so viele davon, dass euer Stickeralbum, das auf dem unteren Touchscreen repräsentiert wird, dafür gar nicht ausreicht. Dieses wird im Laufe des Abenteuers nach jeder Welt um eine Seite erweitert, sodass ihr mehr Sticker mit euch mitführen könnt. Dies ist auch bitter nötig, denn nicht alle Abziehbilder verbrauchen gleich viel Platz. Besondere Spezialsticker, die im Kampf allerdings auch entsprechend Schaden verursachen, nehmen gerne schon mal den vierfachen Raum in Anspruch.

Weitere dramatische Änderungen fanden insofern statt, als dass es keine Erfahrungspunkte mehr für einen gewonnenen Kampf gibt. Dementsprechend steigt ihr auf normale Weise auch keine Levels auf. In früheren Teilen gab es an dieser Stelle Lebenspunkte, Blütenpunkte (vergleichbar mit Manapunkten in anderen Rollenspielen) sowie Ordenpunkte, die es erlaubten die namensgebenden Orden anzulegen, mit denen man unter Einsatz von Blütenpunkten Spezialattacken einsetzen konnte. All diese Punkte konnten separat aufgelevelt werden, je nach Spielerstrategie. Dieses System wurde bereits im Wii-Vorgänger abgestumpft – sowohl Orden- als auch Blütenpunkte wurden wegrationalisiert, doch immerhin gab es weiterhin Lebenspunkte, die man aufleveln konnte und Items, die einem spezielle Fähigkeiten verliehen. Außerdem gab es auch damals noch einen Partner, mit dem man angreifen konnte. Letzteres fehlt in Paper Mario: Sticker Star ebenfalls völlig. Kersti dient als gute Fee, die einem Tipps gibt und dabei hilft, Rätsel zu lösen, doch sie ist nicht im Kampf einsetzbar. Dies reduziert natürlich die möglichen Attacken, die pro Runde auf eine Gegneranzahl von eins bis fünf angewandt werden können, erheblich.

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