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New Super Mario Bros. U – Juhu?

Im Test: New Super Mario Bros. U – Juhu?

Review 13.02.2013
von
Thomas Kolkmann

Eigentlich ist Mario doch eine Parabel zum wirklichen Leben. Man sollte immer seinen Weg gehen, in diesem Fall von links nach rechts, alle Hürden im Leben einfach überspringen und den Bösen Paroli bieten. Wenn man das schafft, hat man am Ziel ein Arsch voller Goldmünzen und eine hübsche Prinzessin an seiner Seite. Die einzige Lehre, die man vielleicht besser nicht aus Mario ziehen sollte, ist jeden Pilz am Wegesrand zu futtern.

NSMBU Fliegendes Eichhörnchen

Mario war für mich der digitale Pixel-Jesus, meine blasphemische Eigenreligion, die meine Kindheit viel besser ausfüllte, als diese alten staubigen Bücher aus der Schule. Warum? Weil es NEU war und nicht ALT. Jahre nach den nun alten 2D-Marios kam wieder etwas Neues, NEW Super Mario Bros. Diese Titel erinnerten mich an meine Kindheit und waren trotzdem wieder neu, frisch und bunter als je zuvor. Mein digitaler Jesus war wieder auferstanden und konnte mich erneut bekehren. Aber im Gegensatz zum vierten Kapitel des alten Testaments, welches mit Super Mario World für den SNES glänzte, will mich das vierte Kapitel des neuen Mario-Testaments nicht wirklich überzeugen.

Zwar strömt schon die Oberwelt einen starken Hauch von Super Mario World aus und die neu eingeführten Baby-Yoshis sind eine nette Erweiterung des Mario-Universums, aber dann, dann ist auch schon fast Ende mit Neu. Die Konsole, auf der das Ganze läuft, mit der man sein Abenteuer auch im Bett weiterführen darf, mit der man den Fernseher auslassen kann oder was anderes nebenbei schauen kann, das wirkt neu, aber das geht bei anderen Spielen auch. Das ist nicht revolutionär.

Ganz und gar nicht revolutionär sind auch die Speicherplätze. Drei Stück, wie man es von Nintendo gewohnt ist. Sollte auch für jeden ausreichen. Eigentlich. Aber warum hat man eine Konsole, auf der man bis zu zwölf Profile anlegen kann, wenn dann nicht jeder Einzelne drei Speicherpunkte hat, sondern alle zusammen nur diese Drei? Warum muss ich jedes Mal auf Speicherplatz B, nachdem meine Frau auf Speicherplatz A gespielt hat, die Steuerung umstellen, die sie mit ihrem Profil, auf ihrem Speicherplatz geändert hat? Warum? Das wirkt wie eine doofe Tradition der Familie, auf die man seit Jahren schon keine Lust mehr hat, aber dennoch mitmacht, weil Oma und Opa Nintendo das doch so gern haben und so lang es sie noch gibt, man ihnen den Gefallen doch tun sollte. Das gehört eben dazu!

NSMBU GeisterweltAber ich will nicht mehr. Ich will mich auf den Tisch stellen und Nein schreien. Und ich finde das hat New Super Mario Bros. U auch von Serien-Fans verdient: ein Nein! Wenn es gleichzeitig nicht einfach so unglaublich gut spielbar wäre, nahezu immer fair und so hypnotisierend bunt, dass sich meine Pupillen schon beim Startbildschirm vor Freude weiten und ich in Trance von links nach rechts laufe, immer bis zu Fahne hin, immer und immer bis zu Fahne hin. Mit Baby-Yoshi im Schlepptau schwebe ich wie ein Heißluftballon über die Grenzen der Level hinweg, mache Licht, wo keines ist, und lasse Blubberblasen in die Lüfte steigen. Auf diesen hüpfe ich geschickt von links nach rechts, bekomme mit jedem weiteren Sprung ein bisschen mehr Schwung und jede Einzelne zerplatzt hinter mir mit einem zufriedenstellenden „plop“-Geräusch.

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Thomas Kolkmann
Thomas Kolkmann
Redakteur für Next-Gamer. Futurist & Retronaut: Wein, Videospiele & Musik. Genuss..

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