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Medal of Honor: Warfighter

Im Test: Medal of Honor: Warfighter

Review 03.11.2012
von
Stephan Göricke

Interessant. Während die Kollegen unterschiedlicher Magazine Medal of Honor: Warfighter an allen erdenklichen Punkten kritisieren und Electronic Arts die Bemusterung auf “nach dem Release” für angemessener hielt, kam ich schon ins Grübeln, ob aus dem vermeintlich toll aussehendem Kriegsakt doch nur ein weichgespültes Schießspiel wurde. Wenn man den Berichten des Internets Glauben schenkt, scheint das zu stimmen. Meine Meinung ist, dass dem Entwickler Danger Close damit zutiefst Unrecht angetan wird. Ich will es mal direkt so sagen: Während ich von Criterions Need for Speed: Most Wanted eher enttäuscht wurde, wurde ich von Medal of Honor: Warfighter angenehm überrascht. Das mögen die meisten Menschen zwar genau andersherum sehen, doch meiner Meinung nach hat Criterion in seiner zweijährigen Entwicklungszeit einfach nicht das erreicht, was man hätte erreichen können. Vielleicht wäre das Spiel ein Jahr später perfekt gewesen, doch das wäre Electronic Arts mit Sicherheit zu spät.

Danger Close dagegen, von denen ich nicht diesen Perfektionismus wie bei Criterion erwartet hätte und die mit ihrem neuesten Kriegsshooter eher durchschnittliche Schlagzeilen machten, haben mich eines besseren belehrt. Allein die von der Presse verschriene Ideenlosigkeit wird mit der Integration von Fahrtmissionen locker wett gemacht. Ich hatte lustigerweise mehr Spaß hinter dem Steuer von Medal of Honor Warfighter als in Need for Speed: Most Wanted. Und hier gab es sogar eine Cockpitperspektive und eine Killcam bei Takedowns!

Medal of Honor: Warfighter - GeschützBeim Rest, muss ich zugeben, wird die Standardkost geboten. Aber das wird es auch jährlich in Sport- und Rennspielen. Interessant ist, dass das Spiel nicht mit Activisions Call of Duty konkurriert, sondern mit dem hauseigenem Battlefield 3. Die Feuergefechte wirken genauso intensiv, die Optik ist genauso genial und auch die Story will eher realistisch als patriotisch wirken. Dafür gibt es nicht diese weitreichenden Gebiete, in denen ihr euch in Panzer setzen oder Helikopter fliegen könnt. Diese Gameplay-Auflockerungen sind eher missionsabhängig. Mal dürft ihr ein Motorboot steuern, ein anderes Mal millionen von Kugeln aus einem Helikopter heraus feuern. Standard eben. Bis auf die vorhin beschriebenen Fahrtmissionen eures PKW, mit dem ihr euch sogar bei eingeblendetem HUD vor Bösewichtern in Familieneinfahrten verstecken müsst. Die Steuerung ist untypisch für einen Egoshooter mehr als gelungen, die Boliden steuern sich fast wie in einem hochwertigem Rallyespiel.

Im Grunde wirbt man bei Warfighter mit authentischen Einsätzen, was in so gut wie jeder Mission auch eingeblendet wird. Bis auf die ein oder andere Szene, in der man beispielsweise Face to Face gegen einen Helikopter kämpft, mag man es dem Spiel auch abnehmen. So könnten die Einsätze im realen Leben wirklich ausgesehen haben. Poliert man sie für die Spielerschaft an allen Ecken und Kanten, haben wir den Warfighter Singleplayer.

Medal of Honor: Warfighter: VerfolgungsjagdStorytechnisch geht es, wie sollte es auch anders sein, um den Mittleren Osten. Dieser hat sich einen größeren Vorrat an Nitropenta, kurz PETN, angelegt. PETN ist ein Sprengstoff mit hoher Detonationsgeschwindigkeit, der heutzutage gewerblich in Plastiksprengstoff wie Semtex zu finden ist. Und was sollte man schon sonst damit anstellen, wenn nicht in Form von Anschlägen gegen den Westen.

Die Geschichte präsentiert sich damit bei Weitem nicht so abgehoben wie die eines Call of Duty, aber weitaus interessanter als jene aus Battlefield 3. Die schonungslose Action wird immer wieder mit ruhigen Zwischensequenzen gestoppt, in der man auch die Charaktere und deren Familienbeziehung kennenlernt. Diese emotionale Komponente ist immer ein guter Ansatz um als Spieler seinen Alter Ego zu akzeptieren und das Spiel authentischer wirken zu lassen. Auch die Konversationen während der Feuergefechte sorgen für Kriegsstimmung und können mitunter nicht nur knallhart, sondern auch witzig sein. Ebenso knallhart sind die Feuergefechte mitsamt der zerstörbaren Umgebung, die ja ein nicht zu unterschätzender Teil der Frostbite 2 Engine ist.

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Stephan Göricke
Stephan Göricke
Chefredakteur von Next-Gamer. Salutiert vor Hideo Kojima, Naughty Dog und Sony Santa Monica.

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