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Deus Ex: Human Revolution

Im Test: Deus Ex: Human Revolution

Review 11.09.2011
von
Stephan Göricke

Hohe Erwartungen. Sie sind es, die mich die letzten Monate bis zum Erscheinen von Deus Ex: Human Revolution begleiteten; die das Spiel zu meinem insgeheimen Most-Wanted avancieren ließen. Und sie sind es auch, denen ich es letztendlich zu verdanken habe, auf vielerlei Hinsicht enttäuscht worden zu sein. Wie es soweit kommen konnte, möchte ich euch in den nächsten, mit meinen eigenen Händen aus Fleisch und Blut geschriebenen Zeilen näherbringen.

- Zwischen alter Hut und Zeitgeist – apropos Hut -

Und schon beginnen wir mit einer Schwachstelle des Spiels – dem Universum. Im Grunde gibt es an Detailgrad und Vision wenig auszusetzen, sofern man nicht bereits über 20 Jahre alt ist und bisherige Cyberpunk-Produkte verschmähte. Denn traurigerweise bin ich ein großer Freund des Genres, liebe die postapokalyptischen Anzeichen dieser schaurigen Zukunftsvorstellung mit ihren immer größer werdenden Schluchten im Städtebau und den Gesellschaftsschichten und all ihren Abgründen, die sie tief in sich verbirgt. Dem oberflächlichen Fortschritt, mit dem es jedem Menschen besser gehen soll, doch der sie erst in diese heruntergekommene Lage versetzte. Dem kapitalistischem Wahnsinn, dem wir schon jetzt im Jahre 2011 entgegenfiebern, der politisch und wirtschaftlich an allen Ecken aufzusteigen versucht und eben die Aufspaltung aller Menschen, die zwischen den Nationen, Ideologien und Religionen ihre Fehlleitung offenbart, deren Ausmaße wir heute vor genau zehn Jahren so erschütternd spürten. Und genau das sind die beinhaltenden Themen des Cyberpunk, in dem es sich auch im Hintergrund von Deus Ex: Human Revolution dreht und der sich seit vielen Jahren schon kaum noch von der Stelle bewegt. Alles war schon irgendwann, irgendwo, irgendwie dagewesen. Sei es nun in klassichen Romanen und deren Verfilmungen wie Blade Runner, Die Klapperschlange oder gar Ghost in the Shell. Dass es schon sehr bald einen Wandel in der Erzählweise geben musste, sah man Ende des 20. Jahrhunderts bis heute mit Filmen wie Matrix, Inception oder Source Code. Und selbst der zweite Teil von Ghost in the Shell bleibt nicht auf dem herkömmlichen Trip eines roten Storyfadens für jene Universen stehen, sondern verfolgt direkt tiefgreifendere Ziele, die sich höchst ethisch und philosophisch über den Menschen und das Leben kümmern, weil alle bisherigen Ansätze schon längst Vorschulgedankengänge sind. Während Spiele wie Metal Gear Solid auch irgendwo Cyberpunk sind, sind sie in ihrer Machart so frisch und anders, dass sie am Rande existieren und weiter ausgeschlachtet werden können, ohne dass es so schnell langweilig werden würde. Da Deus Ex: Human Revolution sich dem klassischen Stil bedient, ist es eher traurig, nicht aus den klassischen Gedankengängen herausgesprungen zu sein. Ich hätte mir etwas mehr von Ghost in the Shell 2: Innnocence erhofft, gemixt mit der Brise westlichen Hollywoods, um es nicht schwerverdaulich zu machen. Doch es blieb bei einem gut gemeinten westlichen Ansatz, dem nur Neulinge des Cyberpunks entgegenfiebern.

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Stephan Göricke
Stephan Göricke
Chefredakteur von Next-Gamer. Salutiert vor Hideo Kojima, Naughty Dog und Sony Santa Monica.

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