
Die PSP gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Fünf Jahre hat sie jetzt schon auf dem Buckel, aber ab und an erscheinen immer noch wahre Perlen für Sonys Kleinste. Auch Kratos, der sich „God of War“ nennen darf, ist noch weit entfernt vom Videospielheldenruhestand. Nachdem er zuletzt im März der PS3 einen Besuch abstattete und dort seine dreiteilige Reise quer durch die griechische Mythologie abgeschlossen hat, tritt er jetzt zu seiner zweiten Handheld-Schlacht an. Ob sich God of War: Ghost of Sparta auch zu den besagten seltenen PSP-Perlen zählen darf, verrate ich euch, sobald ich es geschafft habe, das Ding wieder aus der Hand zu legen ...
- Schlecht gelaunt trotz Unbesiegbarkeit -
Den Preis für den düstersten Gesichtsausdruck mit Weltvernichtungsmiene hat Kratos bereits nach dem Intro gewonnen. Grummelig wie eh und je startet der Glatzkopf in sein neues Abenteuer. Na, dann kann es ja los gehen! Das Spiel setzt direkt dort an, wo das erste God of War (damals PlayStation 2) aufhörte: Kratos hat Ares besiegt und besetzt den Thron als neuer Kriegsgott, doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los. Nach wie vor erhofft er sich, Vergebung für seine sündhaften Taten zu finden und mehr über seine Wurzeln als „Geist von Sparta“ zu erfahren. Vorkenntnisse schaden nicht, sind aber nicht zwingend erforderlich, Neulinge verfolgen aufmerksam die Zwischensequenzen oder lesen einen kurzen Text in der Bedienungsanleitung.
Kaum in den Ruinen von Atlantis angekommen, metzelt sich der Muskelprotz mit Athenes Feuerklingen wieder durch Gegnerhorden und sammelt dabei Orbs ein, die ihr gegen Spezialangriffe eintauscht. Jede Menge coole Kombos und Magie-Attacken zaubern euch ein Lächeln ins Gesicht, während ihr durchs alte Griechenland streift und auf zahlreiche bekannte Landsleute, Götter und Monster der griechischen Mythologie trefft.
Das Spiel läuft noch keine zwei Minuten, da wird selbst dem abgebrühtesten Zocker klar, dass Sony nicht lange fackelt: Wenn ein Spiel die Bezeichnung Action für sich gepachtet hat, dann God of War. Inmitten ganzer Gegnerscharen, wenn Blitz und Donner am Himmel toben und die ganze See aufwirbeln, untermalt von orchestralen Bombastklängen, fühlt ihr euch als Kratos so unbesiegbar wie ein ganzes Heer Minotauren. Da kann der PSP-Bildschirm noch so klein sein, ihr seid binnen Sekunden im adrenalinreichen Geschehen gefangen. Einmal mehr sind die furchterregenden Endgegner in Hochhausgröße das große Highlight, wie beispielsweise das Meeresungeheuer Skylla, das in seiner Rage die ganze Erde und euch mit erbeben lässt. Habt ihr eine Weile auf die Widersacher eingedrescht, startet ein Quicktime-Event, bei dem ihr schnell die angezeigten Tasten drücken müsst. Dafür werdet ihr mit Finishing-Inszenierungen belohnt, die ihresgleichen suchen, aber auch nicht an roter Suppe sparen, weshalb das neue God of War auch diesmal nicht in Kinderhände gehört.
