
Exakt zwei Jahre ist es nun her, seit wir uns auf Helghan mit einer schwerfälligen Steuerung herumgeschlagen haben, die Detonation einer Atombombe miterlebten und den dort herrschenden Führer Scolar Visari in die Hölle schickten, aus die er zu kamen schien. Während für uns Erdbewohner zwei Jahre ins Land gingen, schien die Zeit auf Helghan langsamer voranzuschreiten. Denn die Geschichte knüpft direkt an jene von Killzone 2 ohne zeitliche Gedankensprünge in Kauf nehmen zu müssen. Nur mit dem Unterschied, dass die kriegerischen Aktivitäten grausamer sind als jemals zuvor. Denn obwohl man sich auf feindlichem, exterritorialem Gebiet außerhalb des eigenen Planeten befindet, ist die Erde im Fokus der Aggressoren. Und wenn die ISA sie jetzt nicht aufhält, wird es für unsere Rasse kein Morgen mehr geben.
- Zwei Männer an der Spitze eines Volkes -
Nach dem Fall von Visari lernen wir einen ganzen Stab des Feindes kennen, welcher sich aus allerhand Militärsriegen und Industrieller zusammensetzt. Die Macht über das Land und deren Entscheidungsgewalt treffen Admiral Orlock, ein Befehlshaber der Marine, dessen Person sich von Stalin zu inspirieren lassen scheint und Jorhan Stahl, Leiter der Stahl Arms Company, dem größten Waffenproduzenten auf Helghan, der Goebbels in nichts nachzustehen versucht. Beide haben verschiedene Ansichten über die Führung des Landes und Behindern sich gegenseitig, stellen sich unter Druck und versuchen sich zu vernichten, was den positiven Ausgang der Geschichte der Feinde zunehmend erschwert.
Auf der anderen Seite haben wir wie immer die ISA, euer Alter Ego ist immer noch Tomas "Sev" Sevchenko und sein ihm nahestehender Gefährte wie eh und je Rico Velasquez. Im Gegensatz zum Vorgänger seid ihr dieses Mal aber relativ selten allein oder nur zu zweit unterwegs, meistens sind überall auf dem Schirm Verbündete, die die Kriegsatmosphäre durch angehobene KI sauber zu übertragen wissen. Dass ihr nicht mehr als Einmannarmee unterwegs seid, ließ die Entwickler auch zu dem Entschluss kommen, eine Koop-Kampagne einzubauen, wie sie in anderen Shootern schon zur Tagesordnung gehört. Leider funktioniert diese nur offline im Splitscreen. Die Versprechen der Entwickler, den Charakteren dieses Mal mehr Tiefe einzuhauchen geht leider auch nur bedingt auf. Über die Helghast und deren Motivation zum Kriegstreiben erfährt man nichts weiter; die "Tiefe" der Charaktere beschränkt sich die ganze Zeit auf einen launischen Befehlskommandanten, der mit dummen Vorschlägen jedes Mal meint im Recht zu sein, weswegen unsere zwei Helden den Befehl verweigern und andauernd in Streit mit dem Vorgesetzten geraten. Um dem daraus resultierenden Kriegsgericht zu entgehen ist es das Glück im Unglück, dass eben dieser Kommandant verschleppt wird von den Helghast und man sich durch interessante Alienwälder, in Eis gebaute Ölplattformen und durch helghanische Innenarchitektur kämpft. Was am Ende Sev und Rico zu wahrer Größe verhilft und für Sympathie aller Streithähne untereinander sorgt. Schade eigentlich, dass die Story in einem so interessantem Universum solch einen einfallslosen Aufhänger braucht, um in Bewegung zu kommen.
