Heavy Rain - Preview

Wir lassen euch nicht im Regen stehen. Lest unsere umfangreiche Vorschau!


 

Wir schreiben den 20. August 2009. Es ist heiß an diesem Tag. Mit wenigen Schritten verlassen wir das Pressecenter der gamescom und machen uns auf den Weg zum nicht weit entfernten Radisson Blu Hotel. Es wirkt äußerst nobel und obwohl das Dach aus Glas besteht, kommt uns ein erfrischend kühler Sog entgegen. Eine kühle Cola entlastet unsere Drüsen bei der Produktion körpereigener Erfrischungscocktails. Wenige Augenblicke später sitzen wir in einem Konferenzzimmer und werden endgültig vor der Sonne bewahrt. Was würden wir tun, wenn wir in der Lage wären, einen Wunsch zu äußern, der diesem apokalyptisch anmutenden Feuersturm dieses sich spät entzündenden Sommers entgegen wirken könnte? Vermutlich einen ebenso starken Regen.

„Willkommen … bei Heavy Rain.“
Mit diesen Worten leitete David Cage, Drehbuchautor, Regisseur und auch Gründer von Quantic Dream, seine Präsentation zu seinem neusten Baby, Heavy Rain, ein, welches exklusiv für PlayStation 3 im nächsten Jahr erscheint. Auch ließ er es sich nicht nehmen, etwas aus seinem Privatleben zu erzählen. Etwas, was ihn einst kreidebleich werden ließ. Eine Angst, die nur Eltern erfahren. Es geschah beim Shopping mit seiner Frau und seinem Sohn. Das Einkaufszentrum war bis zum bersten gefüllt und in all dem Gedränge ein Überblick kaum möglich. Und so geschah es, dass jemand vom Erdboden verschwand, einfach in der Masse unterging. Es war sein Sohn. In diesem Moment verspürte er die größte Angst in seinem Leben und ein völlig abstruses Zeitgefühl. Nach scheinbar stundenlanger Suche durchströmten zehn Minuten später akustische Signale durch die Einkaufsstraßen und eine Stimme vom Infoschalter meldete sich zu Wort. Ein kleiner Junge informierte sich beim Personal nach seinen verschollenen Eltern.

Dieses Ereignis war ein fundamentales Erlebnis für die Story des Spiels. Gleichzeitig stellte er der geladenen Fachpresse einen neuen Charakter vor, welcher neben drei anderen gespielt werden kann. Es handelte sich um Ethan Mars, einem wohlständigen Architekten mit einem schönen, selbst entworfenen Haus, einer ebenso schönen Frau und zwei entzückenden Söhnen im Kindesalter. Auch sie waren im Einkaufszentrum, doch spielte es sich weitaus tragischer als in der Familie Cage ab. Denn ein Kind verschwand und wurde erst wieder gefunden, als es vor den Augen der Familie überfahren wurde. So viel zur Vorgeschichte, die eigentliche Präsentation begann.

Heavy Rain Artikelbild

Hinweggespülte Emotionen
Zwei Jahre sind seit dem Ereignis vergangen. Ethan Mars ist im Ruhestand – kann nicht mehr arbeiten. Seine Frau hat ihn verlassen. Die Szene beginnt mit der Abholung seines übrig gebliebenen Sohnes von der Schule. Er heißt Shaun. Mit kühlen, abgehakten Phrasen sagen sie einander „Hallo“. Die Straße ist übersät von pulsierenden Pfützen, Wasser rinnt in einem nicht enden wollenden Schwall an den Fenstern hinunter. Kleine weiße Pfeile werden im Fahrzeug eingeblendet. Mit ihnen geht man auf bestimmte Aktionen ein, legt sich mittels simplen Tastendrucks den Gurt an und startet das Auto. Nun noch die Gangschaltung betätigen und der Bolide setzt sich in Betrieb. Wenige Augenblicke später erreichen wir unser Haus. Es erinnert nicht an das schöne Architektenhaus, was Ethan einst für seine Familie entwarf. Er scheint ausgezogen zu sein. Es ist das exakte Gegenteil seiner einstigen Bleibe. Grau, klein, nichtssagend. Nur das Nötigste ist vorhanden. Ich entdecke keine Pflanze, keine Kunst. Nur eine alte Couch, ein billiger Stuhl und ein antiquierter Fernseher zieren das Wohnzimmer. So sehr ich mich anstrenge in den Aussagen der Personen oder den virtuellen Bildern eine Harmonie zu entdecken, je mehr merke ich, dass sie immer weiter schwindet.