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Pixel Tactics: Kartenspiel mit Retrocharme im Test

Mit dem Kartenspiel Pixel Tactics reisen wir zurück in das Zeitalter der 8-Bit Videospiele. Kühne Anführer und tapfere Helden stehen sich im epischen Duell Blau gegen Rot gegenüber. Wir haben Pixel Tactics auf die Probe gestellt und verraten euch im folgenden Artikel, ob das Spiel nur mit seinem Retrocharme überzeugen kann oder ob sich hinter der Pixeloptik auch noch ein tolles Kartenspiel versteckt hat.

Offenbar hat Pegasus Spiele ein großes Herz für uns Videospieler. Nach Boss Monster ist nun auch das Kartenspiel Pixel Tactics bei uns in der Redaktion aufgeschlagen. Beide Spiele bestechen durch ihren pixeligen Look und setzen auf die Gunst der Retro-Gamer. Schon die Verpackung von Pixel Tactics ist ein echter Hingucker. Das Spiel kommt in einem schicken Gameboy-Karton daher. Start, Select, zwei rote Buttons sowie ein Steuerkreuz… alles dabei. In dem kleinen Paket befinden sich 60 Spielkarten, etwa so groß wie euer Smartphone. Dazu gibt es noch 58 Marker sowie eine Anleitung.

Armeebau für Retrospieler

Jeder Spieler bekommt zunächst ein eigenes Deck. Beide Kartenstapel sind inhaltlich identisch, es besteht also Chancengleichheit für die Duellanten. Ziel von Pixel Tactics ist es, seinen Opponenten auf dem Schlachtfeld zu bezwingen, sprich den gegnerischen Anführer zu vernichten. Damit das nicht ganz so schnell passiert, rüsten sich beide Anführer mit einer schlagkräftigen Truppe.

Die Armee baut sich rings um den Anführer auf und besteht aus maximal neun Karten. Im Zentrum befindet sich stets der Anführer. Die drei Karten in der ersten Reihe bilden die Front. Die hintere Reihe bildet die Nachhut. In der Mitte befindet sich wie bereits erwähnt der Anführer, der wiederum von der linken und rechten Flanke beschützt wird.

Aufbau der Karten

Jede Karte im Spiel besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. Zunächst einmal könnt ihr jede Karte als Anführer spielen. Dieser verfügt über einen Angriffswert sowie über eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkten. Außerdem haben die Anführer spezielle Fähigkeiten, die über die gesamte Spieldauer hinweg wirken. Die Wahl des Anführers ist entsprechend wegweisend für eure weitere Strategie.

Dreht ihr die Karte um 180°, dann zeigt sie euch einen Helden. Die Helden bilden die Armee des Anführers. Auch sie haben einen Angriffswert genauso wie Lebenspunkte. Welche Fähigkeiten ein Held einsetzen kann, hängt von seiner Position ab. Auf den Karten sind die Aktionen der Helden unterteilt in Front, Flanke und Nachhut. Je nachdem an welcher Stelle sich der Held befindet, verändern sich auch seine Fähigkeiten. Manche Helden verfügen zusätzlich über Zaubersprüche, die von der Position unabhängig sind.

Pixel Tactics Karten 01

Die Helden lassen sich alternativ auch als Befehl spielen. Spielt ihr eine Karte als Befehl aus, wird sie nicht in die Truppe eures Anführers eingereiht, sondern wandert direkt auf den Ablagestapel. Der Effekt des Befehls tritt dann sofort ein. Jede Karte ist jedoch auch eine wichtige Ressource, ihr solltet also gut überleben, wann ihr eine Karte für einen Befehl opfert.

Die gute alte Rundenstrategie

Der Rundenablauf in Pixel Tactics ist im Grunde ganz simpel und einprägsam. Jede Rund verläuft über jeweils drei Angriffswellen. Zunächst werden abwechselnd die Frontreihen der Spieler abgehandelt, dann die Flanke und letztlich attackiert die Nachhut. In jeder der drei Angriffswellen dürft ihr zwei Aktionen tätigen. Ihr habt die Möglichkeit eine Karte von eurem Stapel nachzuziehen. Diese Aktion werdet ihr immer wieder einmal gebrauchen, da es die einzige Möglichkeit ist, um an neue Karten zu gelangen. Mit der Rekrutierung spielt ihr eine Karte aus und legt sie als Held auf eine freie Position in der aktuellen Angriffswelle.

Bei der Rekrutierung handelt es sich um eine sogenannte exklusive Aktion. Jeder Held darf in derselben Angriffswelle nur eine dieser Aktionen durchführen. Ein gerade rekrutierter Held kann dadurch nicht direkt in den Kampf eintreten, da es sich beim Angriff auch um eine exklusive Aktion handelt.

Zu den Waffen

Ein Angriff kann auf unterschiedliche Arten ausgeführt werden. Da wäre zunächst der Nahkampf. Natürlich können nicht alle Helden einer Truppe in den Nahkampf eintreten. Dieses ist nur den Kämpfern erlaubt, die keinen verbündeten Charakter vor sich stehen haben. Der Weg zum Feind muss also frei bleiben. Im Nahkampf darf auch nicht jede beliebige Figur des Gegners angegriffen werden. Ihr dürft leider nur die feindlichen Truppen vermöbeln, die ebenfalls nahkampffähig sind.

Für den Fernkampf gilt diese Beschränkung nicht. Hier dürft aus jeder Position aus allen Rohren schießen. Eine Einschränkung gibt es allerdings doch. Der Angreifer muss über die Fähigkeit Fernkampf verfügen. Habt ihr diese Fähigkeit nicht, dürft ihr auch nicht aus der Distanz angreifen. Einige Helden verfügen weiterhin über die Fähigkeit Abfangen. Ein Held mit dieser Fähigkeit kann Distanzschüsse auf sich lenken und den Schaden kassieren. Ablenken ist allerdings nur erlaubt, wenn das eigentliche Ziel in der gleichen Reihe oder davor steht.

Eine dritte Möglichkeit für einen Angriff ist der Zauber. Diesen spielt ihr anstelle eines Nah- oder Fernkampfangriffs. Beschränkungen wie Nahkampffähigkeit gibt es hier nicht. Auch ein Abfangen des Zaubers ist nicht möglich.

Pixel Tactics Karten 02

Die Abrechnung eines Angriffs ist in Pixel Tactics denkbar einfach. Der Angriffswert des Attackierenden wird einfach mit den Lebenspunkten des Angegriffenen verrechnet. Dazu liegen der Packung kleine Schadensmarker bei, die auf den attackierten Karten platziert werden können. Liegen auf einem Helden gleich viele oder mehr Schadenspunkte als dieser über Lebenspunkte verfügt, scheidet er aber noch nicht direkt aus dem Spiel aus. Erst wenn die Angriffswellen beider Spieler vorbei sind, wird geprüft, ob ein Held das Zeitliche gesegnet hat. Solange diese Überprüfung nicht stattgefunden hat, bleibt der Held auch noch voll handlungsfähig. Es ist auch durchaus möglich in der Zwischenzweit noch ein paar Lebenspunkte zu heilen, so dass der Held die Runde am Ende sogar noch überlebt.

Pixel-Leichen

Stellt ihr bei der Überprüfung fest, dass ein Held tatsächlich gestorben ist, so dreht ihr die Karten herum. Fortan liegt nun eine Leiche in eurer Armee herum. Auf diesem Feld könnt ihr auch keinen neuen Helden rekrutieren. Auf Kosten einer Aktion müsst ihr die Leiche erst entfernen. In Pixel Tactics gibt es aber auch durchaus die Möglichkeit, eine Leiche wiederzubeleben. Manche Helden profitieren auch von einer Leiche in der Truppe und verschafft sich Vorteile von den Kadavern. Es kann also unter Umständen sogar sinnvoll sein, eine Leiche in der Truppe zu haben.

Eine weitere Aktionsmöglichkeit ist der bereits erwähnte Befehl. Mit dieser Aktion opfert ihr eine eurer Handkarten und erhaltet dafür den auf der Karte beschriebenen Effekt. Die gespielte Karte wandert dann direkt auf den Ablagestapel. Zu guter Letzt bleibt noch die Bewegung. Mit dieser Aktion könnt ihr einen Helden auf eine andere Position im Raster der Truppe verschieben. Bei der Bewegung handelt es sich übrigens auch um eine exklusive Aktion. Ein Held, der schon angegriffen hat, kann sich anschließend also nicht mehr bewegen.

Einige Helden verfügen zudem über passive Fähigkeiten. Diese bleiben so lange aktiv, wie sie sich im Spiel befinden. Einige dieser Fähigkeiten, sind jedoch an Bedingungen geknüpft. So werden manche Fähigkeiten zum Beispiel nur dann wirksam, wenn ein Befehl gespielt wurde. Andere Effekte treten wiederum immer dann ein, wenn einer deiner Helden angegriffen wurde.

Eine Partie wird solange fortgeführt, bis einer der beiden Anführer ins Gras beißt. Da der Schaden erst am Ende einer Angriffswelle verrechnet wird, kann es dabei sogar zu einem Patt kommen. Wenn beide Anführer in der gleichen Runde sterben, gewinnt der Spieler mit den meisten Helden im Spiel. Dieses Ende ist allerdings doch etwas unbefriedigend. In einem solchen Fall empfehle ich einfach eine weitere Partie Pixel Tactics. Je nach Strategie dauert das etwa 30-45 Minuten.