Eine Liebeserklärung an Kinect, Move und Wii

Oder: Warum Motion-Games unser Hobby sinnvoll bereichern


 

Ich lebe in der besten Konsolengeneration aller Zeiten. Der Videospielmarkt ist massentauglich geworden und wirft einen größeren Umsatz ab, als es die Filmindustrie zu schaffen vermag. Als Core-Gamer von heute werde ich nicht nur mit Top-Produktionen auf Hollywood-Niveau beliefert, sondern erhalte auch die Chance, fast jegliche Klassiker seit Anbeginn der Konsolenzeitrechnung neu zu erleben. Ich bin mit Freunden und Kollegen weltweit vernetzt und kann in sekundenschnelle eine Fifa-Partie mit jeglichen Spielern austragen. Videospiele kennen keine nationalen Grenzen, wir sind alle Teil einer riesigen Subkultur, in der die soziale Vernetzung eine immer größere Rolle spielt.

- Damals war alles besser? -

„Zum Teufel mit Move und Kinect. Wer braucht denn diesen Casual-Scheiß?“ Hallo, ich! Und das sage ich nicht verlegen, sondern mit erhobener Brust. Während meiner Anspielsessions auf der gamescom und diversen Presseevents ist mir eines klar geworden: Ich liebe Kinect, Move und Wii. Sie sind keinesfalls ein Substitut für unsere Blockbuster-Games, aber sie schaffen etwas, was viele unserer aktuellen Spiele verlernt haben: Nämlich eine Gruppe von Videospieler zusammen vor einem TV zu fesseln. Nicht online mit einer Entfernung von 132213423 Kilometer, sondern lokal in einem Raum. Spaß und viele Lacher sind garantiert, Schulung sozialer Kompetenz und etwas Bewegung sind dann nur positive Randerscheinungen. 

   Erinnert ihr euch noch an die Multiplayer-Matches in GoldenEye 007, Mario Kart oder Turok? Kinect Adventures, Sports Champions und Dance Central stellen das Äquivalent dieser Generation dar. „Blasphemie“, werden die einen schreien, „Realitätsverlust“, die anderen. Aber was haben die damaligen Multiplayer-Klassiker bei uns bewirkt? Sie haben uns zusammengebracht, uns Spaß und Lacher beschert und echte Freundschaften sind dabei entstanden. Während wir aktuelle Titel im Multiplayer größtenteils online mit Fremden oder Bekannten bestreiten, die von Xbox Live als „Freunde“ bezeichnet werden, sehe ich in der Bewegungssteuerung wieder die Chance, echte Kontakte zu knüpfen und zu stärken. Es gibt wieder einen Grund, Freunde zu sich nach Hause einzuladen. Und sollten Bekannte aus einem anderen Anlass den Weg zu euch gefunden haben, kann man trotzdem die Konsole anschalten und für einige Runden Start the Party oder Kinect Adventures einschmeißen. Der Spaß ist garantiert.


Mein Appell: Verteufelt Bewegungssteuerung nicht, seht darin lieber eine Chance, Freunde und Verwandte zum Zocken zu „bewegen“. Der Einstieg ist intuitiv, Spaß und Lacher sind garantiert und ihr sitzt nicht alleine vor dem Flachbildschirm. Kinect, Move und Wii bereichern unser Hobby mehr als sinnvoll.

Emanuel Rilling für Next-Gamer.de

Artikelbild zu Kinect, PlayStation Move und Wii

 

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