3D - Die Zukunft alles Guten?

Große Revolution oder lediglich Mini-Hype? Christian Sengstock deckt auf!


 

Das Thema 3D ist momentan in aller Munde. Während es vor gut einem halben Jahr noch kein Problem war, dass Gegenstände optisch brav auf Leinwänden und Flat-Screens blieben, hat in kürzester Zeit ein radikales Umdenken stattgefunden. Plötzlich ist es so, dass Objekte ihre Barrieren verlassen und eine räumliche Tiefe simulieren sollen. Da sich dieser Trend jedoch nicht nur auf aktuelle Kinoerlebnisse beschränkt, sondern ebenfalls die Welt des Gamings nachhaltig verändern soll, habe ich mich einmal genauer mit diesem Thema auseinander gesetzt.

3D – da war doch mal was!
Wer von euch in Sachen 3D ein Déjà-vu-Erlebnis hat, kann seine Verwunderung getrost vergessen, denn der erste 3D-Boom sollte den Kinos, die durch den Durchbruch des Fernsehers viele Besucher verloren, 1953 und 1954 endlich wieder höhere Zuschauerzahlen bescheren. Seit diesem Zeitpunkt leben die 3D-Filme, natürlich in immer wieder anderer Technik, mehr oder weniger als Nischenprodukt neben dem „normalen“ Film. Was könnte also dazu führen, dass das Randprodukt 3D-Film wieder dermaßen in den Mittelpunkt gerückt ist, oder sogar gerückt wurde?

Sicherlich trägt die immer besser werdende 3D-Technik zum Erfolg aktueller 3D-Blockbuster bei. So hat der Film Avatar – Aufbruch nach Pandora, der mit neu entwickelten digitalen 3D-Kameras gedreht wurde, bis zum 16. April ganze 2.715.000.000 US-Dollar in die Kassen gespült und somit als erster Film überhaupt die magische Zwei-Milliarden-Grenze geknackt. Diesen Erfolg hat der Film vor allem seiner bisher nie dagewesenen technischen Brillanz zu verdanken. Eine Technik, die das Kino-Publikum dermaßen begeistert hat, dass eine recht durchschnittliche Story nicht einmal störte. Eine Technik, die Kinobesucher dazu brachte zum normalen Eintritt auch den 3D-Aufschlag zu zahlen und es schaffte längst verloren geglaubte Kinobesucher anzusprechen.

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3D im Kampf gegen Raubkopien und schwindende Kinobesucher

Natürlich soll die neue Technik die Besucher zurück in die Kinosäle locken. Immer bessere Heimkinosysteme und leider weiterhin unvorstellbare Raubkopie-Massen nagen an den Erträgen der Filmvorführer weltweit. Immer kürzer werden die Zeitabschnitte zwischen Kinostart und Veröffentlichung auf Blu-ray und DVD. Es scheint also der perfekte Zeitpunkt gekommen zu sein eine Technik zu forcieren, die in der Lage ist, Besuchern von Lichtspielhäusern einen Mehrwert zu geben. Ein Erlebnis, das man ihnen verspricht und welches ihnen keine Raubkopie geben kann. Einem örtlichen Kino zu Folge kostet die Ausrüstung eines 3D-tauglichen Filmsaals ganze 100.000,00 Euro und dennoch kann ein jetzt erteilter Auftrag nicht vor Mitte 2011 ausgeführt werden. Diese beiden Fakten zeigen deutlich, wie ernst die Technik genommen wird und welche Risiken mit einem Scheitern verbunden sind.

3D in Natur und Technik

Natürlich wisst ihr alle, dass der Mensch nur deshalb in der Lage ist räumlich zu sehen, weil seine Augen so am Kopf angebracht sind, dass sie zwei unterschiedliche Bilder von der gleichen Szene wahrnehmen. Aus der Differenz beider Bilder errechnet das Gehirn ein räumliches Bild. Dieses Prinzip wird auch von verschiedensten 3D-Techniken genutzt. Was damals mit Hilfe von zwei verschieden farbigen Bildern und einer zweifarbigen 3D-Brille ermöglicht wurde, funktioniert nun durch die so genannte Stereoskopie. Aktuelle 3D-Kinofilme werden direkt mit zwei Kameraobjektiven aufgenommen, die zwar ohne Hilfsmittel ein eher schreckliches Bild zeigen, welches jedoch mit Hilfe von so genannten Shutter-Brillen zum räumliches Erlebnis wird. Bei dieser Technik teilen Infrarotsignale den Brillen mit, wann sie welche Seite öffnen oder schließen müssen, um ein dreidimensionales Bild zu schaffen.