
Die Geschichte hinter El Shaddai basiert komplett auf der Bibel. Ob man nun gläubig ist oder nicht, hat mit der Story und dem Game aber nichts zu tun. Denn El Shaddai setzt auf einen äußerst außergewöhnlichen Artstyle. Kein Wunder, denn Takeyasu Sawaki, der sich für Spiele wie Devil May Cry oder Okami verantwortlich zeichnet hat auch an El Shaddai: Ascension of the Metatron mitgearbeitet. Heraus kommt ein bunter Mix an wunderschönen Kulissen, coolen Effekten und in Erinnerung bleibenden Stimmungen.
- Bizarre Story -
Im Spiel übernehmt ihr die Kontrolle von Enoch. Dieser wird von Gott auf die Erde geschickt, um sieben gefallene Erzengel zu bezwingen. Diese wandten sich gegen Gott, gingen auf die Erde und paarten sich mit den menschlichen Frauen. Heraus kamen die sogenannten Nephilim, Mixwesen aus Engel und Mensch. Diese Rettung der Engel ist notwendig, denn andernfalls droht der menschlichen Rasse die Sinnflut. Weil diese Aufgabe für den anfangs noch unerfahrenen Enoch viel zu kompliziert ist, stellt Gott persönlich ihm den Engel Lucifel zur Seite. Dieser kann mit Hilfe eines simplen Fingerschnipps, die Zeit anhalten und kann Enoch an seinen Erfahrungen teilhaben lassen. Während ihr euch mit den Scharen der Diener der gefallenen Erzengel prügelt, entdeckt Enoch seine Liebe zu einem jungen Menschenmädchen. Diese begleitet Enoch quasi durch das gesamte Spiel.
- Der Wow-Effekt -
Wer Screenshots von El Shaddai sieht, oder gesehen hat, weiß bereits, was für einen grandiosen Artstyle das Game bietet. Es ist eine Mischung aus Zeichnungen, die an einen Comic-Strip erinnern und einem farbvollen LSD-Trip. Durch bestimmte Farbfilter wirkt das Ganze wie auf einem Stück Papier gedruckt oder gemalt. Dadurch wird die Illusion perfekt und man fühlt sich, als Spiele man auf einem Bild in einem Kunstmuseum. Den Farbfiltern sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Mal sind die Farbfilter wie ein Schraffur gehalten und ein andern Mal wirkt das Geschehen fast wie auf einen Bogen Papier gestanzt. Der ständige Wechsel des Stils macht stets neugierig was einen im nächsten Level erwartet. Dadurch gewinnt das Spiel einen Großteil seiner Motivation. Neben dem fantastischen 3D-Stil, wechselt das Spiel auch häufig zu einem 2D-Sidescroller. Die jeweiligen Momente sind häufig zwischen den Turmsegmenten verteilt, die Enoch bestreiten muss. Dabei sind auch hier häufig geniale Momente vertreten, wenn zum Beispiel als Schattenspiel im Hintergrund ein fantastischer Kampf dargestellt wird und der Held Enoch als kleines Männchen im Vordergrund hersprintet und Höllenwesen beseitigt.
Bei der fantastischen Grafik und mit dem gewagten Artstil, der El Shaddai klar von den Konkurrenzspielen abhebt liegt auch der Mittelpunkt des Spiels und das Hauptaugenmerk des Entwicklers. Hinter dieser Grafik-Fassade steckt nämlich ein gewöhnliches Adventure, mit wenigen neuen Elementen. Die Story ist dabei ebenfalls eher ein Kritikpunkt. Denn Anfangs reihen sich mehrere Bosskämpfe aneinander und werden immer wieder unterbrochen. Die Story bleibt über den gesamten Spielverlauf undurchsichtig und wirr. Wirkliche Wendungen gibt es nicht und auch sonst wirkt alles recht eintönig.
