
Seit über zehn Jahren zaubert Harry Potter nun schon. Anfangs in Buchform und später in Filmen. 2001 erschien das erste Harry Potter-Spiel. In Harry Potter und der Stein der Weisen spielte man das Abenteuer von Harry Potter in seinem ersten Jahr in Hogwarts. Die Harry Potter-Spiele büßten immer mehr Spielspaß-Bausteine ein, so entschied man sich in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 dazu, den Open-World-Teil, in dem man sich frei in Hogwarts bewegen konnte um Geheimnisse zu entdecken, komplett wegzulassen. Außerdem gab es auch keine Rätsel mehr wie in den älteren Teilen, was für eine schlechte Resonanz unter den Spielern sorgte.
- Voldemorts letzter Streich -
Der letzte Teil der Harry Potter-Reihe beschäftigt sich mit der Vernichtung der letzten Horkruxe, der Heiligtümer des Todes, an die Voldemort seine Seele gebunden hat und dadurch unsterblich geworden ist. Außerdem verteidigen Harrys Freunde die Magieschule Hogwarts vor den Schergen des bösen dunklen Lords. So trefft ihr die Gegner von Harry auch im Spiel. Ihr kämpft gegen Trolle, Greifer, Dementoren und Voldemorts gruseligen Schergen, die Todesser.
Eigentlich sollte man meinen, die Story biete genug Vorlage, um aus Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 eine gelungene Lizenzumsetzung zu machen. Leider handelt es sich beim Spiel aber um ein bis auf die letzte, abwechslungsreiche und spannende Facette gekürztes langweiliges Shooter-Erlebnis. Ihr geistert durch die gegnerüberfluteten Areale, springt und appariert von Deckung zu Deckung und schleudert den Feinden Zaubersprüche entgegen. Dabei werdet ihr immer wieder von wirren Zwischensequenzen unterbrochen. Wer den Film nicht gesehen oder das Buch gelesen hat, versteht hier nur die Hälfte. Vieles ist gekürzt oder kommt gar nicht erst vor. Gut ist aber, dass nicht nur Harry ein spielbarer Charakter ist. So übernehmt ihr auch mal die Rolle seiner Freunde Ron und Hermine oder spielt als Molly Weasley, der Mutter von Ron. Gegen Ende des Spiels habt ihr Zugriff auf sieben Zaubersprüche, alle mit einer bestimmten Aufgabe und Spezialität. So könnt ihr beispielsweise mit Expelliarmus den Schutz eines Gegners brechen. Allerdings gewinnt ihr auch ohne Strategie und mit nur zwei Zaubersprüchen alle Kämpfe im Spiel.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 bietet außer den Schießereien keine spielerischen Erlebnisse. Es gibt keine offene Welt, es gibt keine Rätsel und keine anderen Spielmodi außer der Hauptstory. Zwar gibt es einen optionalen Herausforderungsmodus. Dieser lässt euch aber nur die bereits bekannten Level in einer bestimmten Zeit durchlaufen. Auch der Vergleich mit den Bestenlisten im Netz überzeugt da nicht. Sammelfreunde können außerdem noch in den Levels die Heligtümer-Symbole sammeln. Man muss aber schon einer sehr harter Sammler sein, um die Story mehrmals durchzuspielen und die langweiligen und sinnlosen Zwischensequenzen über sich ergehen zu lassen. Für ein Vollpreisspiel ist der Umfang mehr als dürftig.
Die ersten Teile der Harry Potter Spiele zeigten noch, dass es auch anders gehen kann. Da traf eine offene Spielwelt mit jeder Menge Geheimnissen und tollen Rätseln. Auch einige der Fortsetzungen boten noch diese Eigenschaften. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 geht da, wie auch schon mehrere Vorgänger, einen anderen Weg. Es wird mehr Wert auf Action als auf die Geschichte gelegt. Allerdings muss man die Entwickler auch für die detailgetreuen Modelle loben, welche den Schauspielern im Film sehr ähnlich sehen. Auch die Schauplätze wie die Kammer des Schreckens oder die große Brücke vor Hogwarts lassen sich deutlich erkennen und bieten einen hohen Wiedererkennungswert zum Film.
