Der damals eher mäßig erfolgreiche Film Tron feiert heute Kultstatus. War er damals durch Fachbegriffe aus dem Computerbereich für viele Menschen unverständlich, war er dagegen für die Nerds und Besitzer eines C64 an Genialität kaum zu überbieten. Die Reise in das Innere eines Computerspiels war ein Traum und konnte durch Tron von jedem erlebt werden. Auch die Tatsache, dass der Film größtenteils aus Animationssequenzen bestand, macht den Film heute zu einem Meilenstein. Nun erschien der neue Film TRON: Legacy komplett in 3D mit furioser Technik ausgestattet in den deutschen Kinos. Doch zwischen Teil 1 aus dem Jahre 1982 und TRON: Legacy entstehen rund 20 Jahre, die storymäßig nicht ausgekleidet sind. Diese Storylücke versucht Tron Evolution zu schließen. Das ganze wird durch furiose Lichtrad-Rennen und Diskuskämpfe wie im neuen Kinofilm unterstrichen.
- Systemwächter will gelernt sein -
Die Storybrücke zwischen den beiden Teilen wird durch TRON: Evolution nur dürftig gefüllt. Ständig tauchen im Spiel neue Charaktere auf, scheinen eine Bedeutung zu haben, verschwinden dann aber wieder genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind. Viele Charaktere versteht man sowieso erst, nachdem man den dazugehörigen Film gesehen hat. Im Spiel übernehmt ihr die Rolle eines neuen Systemwächters, der von Kevin Flynn (im ersten wie im zweiten Tron-Film übrigens von Jeff Bridges gespielt) beauftrag wurde, einige verschwundene Isos wiederzufinden. Isos und Basics sind die Bestandteile des Computerspiels und verstehen sich nicht gerade gut. Doch bevor es zur Aufklärung kommen kann, wird das System durch einen Virus infiziert und der Systemwächter bekommt einen neuen Auftrag: Eben jene Invasion zu stoppen. Deswegen schnappt ihr euch denn allseits bekannten Diskus und zieht gegen die fiesen Viren in die Schlacht.
Das Spiel führt euch langsam und behutsam in Steuerung und Spielmechanik ein. Ganz im Gegensatz zu späteren Spielabschnitten seid ihr am Anfang noch eher bei einfachen Sprungpassagen und kämpft gegen einfachere Gegner als später. Das Tempo erhöht sich gegen Ende des Spiels sehr. So lernt euer Systemwächter nach und nach wie er an Wänden läuft, höher springt und sich mit einem Magnetdiskus hochschwingt. Außerdem lernt er, wie er sich mit dem Diskus im Nah- oder Fernkampf verteidigt. Dazu stehen euch je nach Diskusart Spezialattacken zur Verfügung. Insgesamt gibt es vier Diskusarten, von denen jede etwa drei Spezialattacken hat. So kämpft ihr euch durch die Virenhorden. Diese werden von Level zu Level stärker, bekommen Versionsupdates, die sich zum Beispiel durch tragbare Schilde zeigen. Teilweise erinnert TRON: Evolution an die Prince of Persia-Titel, wo ihr ebenfalls an Wänden laufen und euch über Schluchten schwingen müsstDie Parallelen sind jedoch nicht nur positiv. Auch der Systemwächter von TRON: Evolution muss regelmäßig Sprünge wiederholen, weil ein paar Zentimeter bis zur anderen Seite des Lochs gefehlt haben.