Final Fantasy: Eine legendäre Serie schafft den Sprung in eine neue Generation und damit verbunden sind riesige Erwartungen seitens der Fangemeinde. Der Erfolg dürfte sowieso garantiert sein, denn keiner zweifelt ernsthaft daran, dass der Titel ein Hit wird. Dabei fällt auf, dass Square-Enix in diesen Zeiten auf altbewährte Mittel zurückgreift. Selbst Charakter-Designer Tetsuya Nomura bekam den Auftrag aus der Hauptcharakterin Lightning einen weiblichen Cloud Strife (Final Fantasy VII) zu machen. Aber auch andere Personen haben Ähnlichkeiten zu früheren Helden der Serie, so erinnert zum Beispiel Snow stark an Xell (Final Fantasy VIII). Auch das Kampfsystem ist eigentlich “nur“ eine gelungene Kombination aus vielen Elementen der Serie gespickt mit einigen neuen Aspekten. Dazu aber später mehr, denn wir können euch eine Preview anhand der in Japan erschienenen Demo präsentieren und wollen euch natürlich nicht unsere Eindrücke vorenthalten. Doch etwas liegt uns noch auf der Zunge, das unbedingt hinaus muss: Das Spiel wird auf den ersten Blick den Erwartungen gerecht und Fans viel Freude bereiten.
Kampfbereit nach Cocoon
Eines vorweg: Die Story hält sich in der Demo leider etwas zurück und man bekommt nur wenige Einblicke in die Charakter-Beziehungen und dem Hintergrund der Handlung. Aber alles Schritt für Schritt. Lightning und Sazh, auffallend durch seinen Afro und dem Chocobo im Haar, befinden sich in einem Zug auf dem Weg nach Cocoon verkleidet in einer Art "Mönchskutte". Natürlich wartet Ärger nicht lange auf sich und PSICOM-Soldaten, die heimische Armee, durchsuchen das Abteil. Die folgende Kampfszene, Square Enix-typisch in einer aufwendigen Zwischensequenz inszeniert, zeigt, dass mit Lighting nicht zu spaßen ist und sie ohne mit der Wimper zu zucken auf Schwert und Pistolen zurückgreift. Sazh ist hingegen mehr der Zurückhaltende, der den übrigen Gästen im Zug unter die Arme greift, sie zu deren Mithilfe gegen die Soldaten überredet und auch später mehr aus der Entfernung angreift.

In Cocoon, einer sehr futuristischen Stadt, angekommen, werdet ihr wie erwartet nicht mit offenen Armen empfangen. Lightning holt die Abfangjäger mit einem gezielten Schuss einer Bazooka vom Himmel und ab diesem Punkt wird dem Spieler eines klar: Das wird mit großer Sicherheit das actionreichste Final Fantasy aller Zeiten werden. Denn nicht nur die Hauptcharaktere sind in Kämpfe verwickelt, sondern die gesamte Stadt scheint im Kriegszustand zu sein. Überall wird geschossen, etwas explodiert oder die PSICOM-Soldaten beschwören Monster durch eine Art Teleporter. Kurz darauf wird euer Zug relativ unsanft von einem riesigen Metall-Vogel gestoppt und ihr dürft euch endlich selbst in euren ersten Kampf werfen. Sobald ihr euren ersten Boss-Fight hinter euch gebracht habt, dürfte ihr euch erstmals frei bewegen, auch wenn die Laufwege sehr eingeschränkt sind und alles sehr linear aufgebaut wirkt. So werdet ihr automatisch immer wieder auf Gegner treffen, die ihr bereits früh erkennt, aber durch die engen Straßen kaum umgehen könnt. Ab und zu versorgen euch dann doch kurze Dialoge mit Hintergrundinformationen. So erfahrt ihr zum Beispiel, dass Lightning früher selbst bei der Armee war. Gestoppt werdet ihr schlussendlich erst, als eine Brücke einstürzt und euch der Weg versperrt bleibt. Lightning schnippst daraufhin mit dem Finger und setzt so eine Energie frei, die ihr erlaubt zu schweben. Sazh hält sie jedoch zurück, woraufhin ihr euch einen anderen Weg suchen müsst, der euch direkt zum nächsten Boss, einem PSICOM-Offizier, führt.
Damit endet auch euer Auftritt als Lightning und ihr schlüpft in die Rolle von Snow, einem Rebellenführer in Cocoon, der sich mit einigen Verbündeten in einem erbitterten Kampf gegen die Soldaten befindet. So kämpft ihr euch gegen eine Reihe von Angreifern, um schließlich zu einer Gruppe Zivilisten zu gelangen, die sich euch anschließen. Nach einem weiteren Boss-Kampf endet aber schon das Spektakel nach gut 30 bis 45 Minuten Spielzeit und man bleibt mit vielen offenen Fragen zurück.
Was hat es mit dem Schweben von Lightning auf sich? Wieso war sie früher selbst in der Armee? Gegen wen oder für was wird eigentlich gekämpft? Wir werden wohl noch bis zum Frühjahr auf Antworten warten müssen.