FAZIT
Ich bin gespaltener Meinung. Auf der einen Seite bekommt man wirklich viel fürs Geld. Bis zu 80h Spielspaß für Leute, die wahrhaftig eintauchen wollen und genug Zeit haben im Alltag, alles zu erkunden und alle Sidequests und Mainstory-Aufgaben zu erfüllen. Auf der anderen Seite habe ich mir aber von der Thematik selbst und der Athmosphäre noch etwas runderes, dichteres erhofft. Ich wollte die klassischen Aha-Effekte erleben, die man bekommt, wenn man in eine Welt eintaucht, die anfangs fremd erscheint und deren Logik man erst im Laufe der Zeit zu verstehen versucht. Zudem wurden die Erwartungen an die Erzählweise der Zwischensequenzen durch die genialen Trailer so ins absurdum getrieben, dass das Fehlen der Videos, die nur zu Marketingzwecken gerendert wurden, mich doch ziemlich sauer aufhorchen lies. Das Fehlen der genialen englischen Sprachausgabe und Einbauen abgefilmter Spielsequenzen, die durch die Komprimierung der Daten Artefakte zeigen und von der Beleuchtung zwischen ingame und Sequenz derart varrieren, haben auch dazu beigetragen, dass die Atmosphäre immer etwas flöten ging. Und um noch mal auf den Hut meiner ersten Überschrift zurückzukommen: Einen Black-Hat-Hacker als Schwarzer Hut zu übersetzen, zeugt auch nicht gerade von Genialität. Letztendlich möchte ich also sagen: Deus Ex: Human Revolution ist das Geld wert. Ihr bekommt viel Spiel fürs Geld und verglichen mit einem durchgestyltem Uncharted beispielsweise eben auch die Gewissheit: Perfektionismus erreicht man nur mit einer 10-stündigen Kampagne. Dafür, dass uns hier so viel mehr geboten wird, muss man objektive Abstriche in Kauf nehmen. Leute außerhalb des Cyberpunks, die Interesse an der Idee des Spiels gefunden haben, werden noch einen Punkt in der Wertung aufschlagen können. Alle anderen bekommen dennoch gute:

DiGGa schrieb am 11.09.2011 um 21:46 Uhr