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Mord in der Villa Mafioso: Italienisches Krimi-Dinner im Test

Ein gemütlicher Abend mit guten Freunden, etwas Gutes zu Essen, passende Getränke und eine stimmungsvolle Atmosphäre… Hört sich nach einer mehr als gelungener Zusammenkunft an? Mit dem Rollenspiel Mord in der Villa Mafiosa liefert dir der Gmeiner-Verlag das passende Setting. Mit einer fesselnden Story aus den Federn der Autoren Michaela Küpper und Marlies Müller kannst du bis zu sieben rätselfreudige Freunde an einem Tisch versammeln.

Saucenpapst Adé

Enrico Fratinelli, der Saucenpapst persönlich, ist von uns gegangen. In seiner eigenen Villa wurde der betagte und allseits gefeierte Meisterkoch tot aufgefunden. Während er seine ausgezeichneten Gerichte zauberte, fand ein überaus scharfes Tranchiermesser den Weg in seinen Rücken. Seine langjährigen Freunde, welche zugleich für eine lockere Zusammenkunft am Abend herbeizitiert wurden, erreicht diese Nachricht völlig unerwartet. Einer der geladenen Gäste jedoch wusste bereits im Vorfeld von dem tragischen Dahinscheiden des Gastgebers: der oder die Mörderin! In diesem Bericht werden wir natürlich nicht verraten, wer den Saucenpast auf dem Gewissen hat. Mitteilen möchten wir euch jedoch eines: Die Ermittlungen rund um den pikant-köstlichen Mordfall haben uns einen Heidenspaß beschert – und ein leckeres Abendessen obendrein.

Freudiges Rätselraten, Beschuldigen und Stänkern

In bester Krimi-Diner-Manier geht es auch in der Villa Mafiosa zur Sache. Ein Gastgeber und sieben potentiell verdächtige Mitspieler setzen nach und nach den Tathergang sowie die Motive und Hintergründe der mehr als zwielichtigen Gäste zusammen. Dabei hat der Mörder nur eine Aufgabe: Verwirrung und Unfrieden zu stiften um seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Für alle anderen gilt es den Messerschwinger zu enttarnen – ohne dabei selbst als solcher verdächtigt werden versteht sich.

Mord in der Villa Mafioso Brettspiel 02

Blühende Fantasie ausleben lassen

Obgleich nicht jeder der Gäste im Mordfall involviert ist, haben alle Teilnehmer eine mehr als zweifelhafte Vergangenheit aufzuweisen. Dabei ist allen Charakteren ein Mord ohne jeden Zweifel zuzumuten. Demnach geht es im Spielverlauf vor allem um die Herleitung von Tatmotiven, Widersprüchlichkeiten und Alibis. Die Geschichte selbst ist freilich von den Autoren vorgegeben. Diese ist jedoch bewusst nur in Stichpunkten dargelegt. Der eigenen Fantasie muss und soll freien Lauf gelassen werden. Die einzige Regel dabei lautet: Verfälsche nicht die vorgegebenen Fakten. Ob der oder die Mörderin gefunden wird, hängt als maßgeblich vom Geschick der einzelnen Teilnehmer und der Gruppendynamik ab.

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Vorbereitung ist alles

Um einen unterhaltsamen Abend zu gewährleisten, gibt es einige Dinge zu beachten und noch mehr vorzubereiten. Vor allem dem Gastgeber wird dabei ein gehöriges Arbeitspensum zuteil. Für den Spielablauf selbst sind zunächst Einladungskarten zu verschicken. Diese liegen dem Spiel bei und klären die künftigen Mitspieler über die Hintergrundgeschichte sowie über das eigene Alter Ego auf. Durch das Gestalten von Platzkärtchen und Namensschildern können die einzelnen Rollen besser vermittelt werden. Auch dafür bietet das Spiel sehr stimmig designte Kopiervorlagen. Der größte Aufwand jedoch stellt zweifelsohne die Vorbereitung des Essens dar. Ein rund 80seitiges Kochbuch liefert stimmungsvolle italienische Inspirationen für den Abend. Die Rezepte sind sehr übersichtlich dargestellt, bunt illustriert und werden mit viel Wortwitz präsentiert.

Für Atmosphäre sorgen

Gutes Essen allein mag für einen gelungenen Abend ausreichen. Mit einem stimmungsvollen Ambiente jedoch wird der Abend unvergesslich. In der Anleitung wird dringend empfohlen für eine entsprechende Tischdekoration zu sorgen. Leise italienische Musik, passende Kleidung und eine atmosphärische Beleuchtung mit Kerzen lassen den Abend sprichwörtlich in einem ganz andern Licht erscheinen.

Karte für Karte zum Finale

Der Spielablauf selbst ist sehr einfach gehalten. Nach einer kurzen Begrüßung werden vom Gastgeber zunächst die Regeln erklärt. Jeder Gast hat wahrheitsgemäße Aussagen zu treffen und darf die vorgegeben Fakten nicht verfälschen. Um das Spiel ins Rollen zu bringen, werden an jeden Gast sechs Karten verteilt, die wichtige Informationen oder Fragestellungen zum Mordfall beinhalten. Die Reihenfolge der Karten ist strikt vorgegeben. Erst wenn alle 48 Karten abgearbeitet sind, kann der oder die Täterin ermittelt werden. Dabei tun die Gäste gut daran, genau zuzuhören. Aus dem Kontext ergibt sich nach und nach ein klares Bild. Nur wer alle Puzzleteile zusammensetzen kann, kommt der Lösung auf die Spur.

Trotz der langen Vorbereitungszeit kann ich das Spiel nur weiterempfehlen. Der Abend mit Freunden kam außerordentlich gut an und fesselte mehrere Stunden. Besonders aufgefallen ist mir dabei die Gruppendynamik. Auch Freunde, die sich untereinander weniger gut kannten scherzten, alberten und verdächtigten sich gegenseitig. Die Rezepte im beiliegenden Buch sind optisch reizvoll dargestellt, sollten aber nach eigenem Gusto variiert werden. Der einzig wirklich negative Punkt sind die nicht weiterverwendbaren Einladungen und Notizzettel. Wollt ihr das Spiel mehrfach erleben, solltet ihr diese im Vorfeld kopieren.