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Heavy Rain & Beyond: Two Souls: PS4-Neuauflagen im Test

Heavy Rain und Beyond: Two Souls sorgten schon auf der PS3 für Furore. Jetzt feiern beide Titel von Quantic Dream ein Comeback auf der PlayStation 4. Wir verraten euch, was der Generationensprung der Konsolen für die beiden Spiele für Vorteile gebracht hat, für wen sich ein Kauf lohnt und was sich sonst noch so getan hat.

Sowohl Heavy Rain als auch Beyond: Two Souls haben auf der PS3 nicht nur Fans gefunden. Während ein Teil der Spielerschaft entzückt war von der tollen Inszenierung und der Geschichte des Spiels, rümpften andere ob der trägen Steuerung vergrätzt die Nase. Ja, sogar den Vorwurf, es handle sich gar nicht um richtige Videospiele musste sich Quantic Dream gefallen lassen. Viele sahen in diesen Spielen mehr einen interaktiven Film als ein Videospiel. Mit diesen Diskussionen werden sich auch die PS4-Versionen herumplagen müssen, schließlich sind die Spiele im Kern die gleichen geblieben.

Regenschauer mit noch mehr Pixeln

Im Laden werdet ihr übrigens nur das Bundle mit Heavy Rain und Beyond: Two Souls finden. Einzeln sind die Spiele nicht erhältlich. Eine Alternative stellt hier allerdings der digitale Kauf dar. Über den PlayStation Store könnt ihr die Spiele auch einzeln erwerben. Der Preis von 40€ für das Doppelpack ist fair. Mit den beiden Spielen seid ihr für das nahende Sommerloch auf jeden Fall erst einmal gut gerüstet.

Heavy Rain ist der ältere der beiden Quantic-Dream-Titel, erschien im Jahr 2010. Im Vergleich zu Beyond: Two Souls hinkt das Spiel auch technisch etwas hinterher. Die Optik der PS4-Fassung hat aber wieder etwas angezogen. Das liegt in erster Linie an der höheren Auflösung. 1080p hatten wir uns schon damals auf der PS3 gewünscht. Auf der PlayStation 4 erstrahlt der Titel aber nun endlich in Full HD, ein klarer Vorteil für ein cineastisches Spiel wie Heavy Rain.

Außerdem wurden noch einige technische Makel wie Kantenflimmern entfernt und die Texturen ein wenig aufgehübscht. Ganz auf den Kopf gestellt haben die Entwickler ihr Spiel aber auch nicht. So wirken die Hintergründe immer noch ein wenig detailarm und die Charaktere erscheinen manchmal etwas starr in ihrem Gesichtsausdruck. Letztendlich ist das aber Meckern auf hohem Niveau. Schließlich gehörte das Spiel schon auf der PS3 zu den Grafik-Perlen.

Heavy Rain PS4

Ärgerlicher ist da schon das Fehlen des DLCs, der seinerzeit richtig gut abschnitt. Die Dreingabe der Erweiterung wäre doch ein schöner Fan-Service gewesen und hätte vielleicht sogar Besitzer der PS3-Version nochmals zu einem Kauf bewogen. Hat aber wohl nicht sollen sein. Vom DLC fehlt auf der PS4 jede Spur.

Ansonsten kann man der Umsetzung keine großen Fehler vorwerfen. Sicher hätten wir uns eine runderneuerte Steuerung gewünscht, die weniger hakelig ist, doch das war nicht zu erwarten. So bleiben die meisten Kritikpunkte von Heavy Rain erhalten, das gleiche gilt aber auch für die Stärken des Spiels.

Ellen Page noch hübscher

Ein ganz ähnliches Fazit lässt sich auch für Beyond: Two Souls ziehen. Über eine Auflösung in 1080p dürft ihr euch auch hier freuen. Weiterhin gibt es ein paar schöne Grafikeffekte, die sich vor allem auf die Darstellung von Licht und Schatten auswirken.

Doch auch sonst gibt es ein paar Änderungen, die dem PS3-Spiel sicher auch schon gut getan hätten. Da wäre vor allem die Möglichkeit, das Spiel auch in chronologischer Abfolge zu spielen. Ihr erinnert euch vielleicht noch? Ein wesentlicher Kritikpunkt war damals der kreuz-und-quer Ablauf, bei dem die Geschichte immer wieder große Sprünge auf dem Zeitstrahl machte. Die Erzählstruktur machte sich jedenfalls nicht überall Freunde. Umso schöner, dass ihr auf der PS4 nun die freie Wahl habt.

Beyond Two Souls Collection 02

Sogar an der Steuerung wurde nochmals geschraubt. So lassen sich jetzt die wenigen Actionszenen deutlich besser und geschmeidiger spielen. Gleichzeitig sind die Kämpfe aber nun auch ein wenig schwerer geworden. Das geht jedoch vollkommen in Ordnung, da man jetzt mehr Kontrolle über den Charakter hat. Überhaupt wird der Controller gut ausgenutzt. Bei der Steuerung von Aiden kommen jetzt auch die Lautsprecher im Controller zum Einsatz.

Im Gegensatz zu Heavy Rain wird bei Beyond: Two Souls auch der DLC „Fortgeschrittene Experimente“ mitgeliefert. Es entsteht ein wenig der Eindruck, als hätte sich Sony bei der Entwicklung von Beyond: Two Souls mehr ins Zeug gelegt als bei der Neuauflage von Heavy Rain. Ein wenig mehr Sorgfalt hätte auch dort nicht geschadet.

Wenn ihr Beyond: Two Souls in seiner ursprünglichen Version ohne den DLC auf der PS3 gespielt habt, solltet ihr der PS4-Version noch mal eine Chance geben. Die verbesserte Steuerung und der chronologische Ablauf lassen das Spiel in einem besseren Licht erstrahlen. Die alten Qualitäten bleiben natürlich auch erhalten. Da wäre zum Beispiel die Starpower mit Ellen Page und Willem Dafoe, die in die Rolle der Hauptfiguren Jodie Holmes und Nathan Dawkins schlüpfen. Auch die gut erzählte Geschichte muss sicherlich zu den Stärken des Spiels gezählt werden, auch wenn sie vielleicht die ein oder andere kleine Logiklücke mit an Bord hat.