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Halt mal kurz: Das Kartenspiel zu den Känguru-Chroniken im Test

Halt mal kurz! So heißt das offizielle Kartenspiel zum Buch-Bestseller Die Känguru-Chroniken. Dabei handelt es sich nicht nur um Lizenz-Ware vom Kosmos-Verlag, sondern stammt tatsächlich aus der Feder von Autor Marc-Uwe Kling. Ganz wie in seinen Büchern, stellt Kling den Humor auch im Kartenspiel in den Vordergrund.

Kennt ihr schon die Kämguru-Chroniken? Nein? Dann solltet ihr das unbedingt nachholen. Halt mal kurz, das Kartenspiel zur Buchreihe, ist allerdings auch ein guter Einstieg in die Welt des Kängurus, dem Deutschtürken Friedrich-Wilhelm, Bundeswehrsoldat Krapotke und Herta Müller, der Besitzerin von Kängurus Stammkneipe. Diese vier Figuren tauchen – neben einigen anderen skurrilen Persönlichkeiten – natürlich auch in der Romanvorlage auf. Die erwähnten Protagonisten sind es jedoch, die auf besonders charmante Art und Weise das Spiel im Detail vorstellen.

Eine echte Känguru-Geschichte

Im Grunde genommen führt Autor Marc-Uwe Kling jede Rezension von Halt mal kurz ad absurdum. Dem Kartenspiel liegt eine Känguru-Kurzgeschichte bei, die das kurze Regelwerk genau erklärt. Das Känguru als Erfinder des Spiels führt seine Freunde in die Abläufe des Spiels ein, natürlich nicht ohne einige aberwitzige Seitengespräche. Wenn ihr es aber lieber kurz und prägnant haben wollt, könnt ihr diesen Teil auch überspringen und euch eine halbe Seite Regeln durchlesen.

Halt mal kurz Kapitalismus

Allerdings verpasst ihr dann die witzige Geschichte mit Känguru & Co. Mein persönliches Highlight ist jedoch die dritte Variante. Scannt einfach den beiliegenden QR-Code oder besucht die offizielle Website des Spiels. Dann habt ihr Zugriff auf ein Regel-Video. Dort verliest euch Marc-Uwe Kling die bereits erwähnte Geschichte mit den Regeln. Das Video dauert eine gute Viertelstunde. Guckt es euch einfach mal an, dann werdet ihr das Spiel ohnehin haben wollen und die weiteren Zeilen dieses Artikels sind überflüssig. Der Vollständigkeit halber soll der Ablauf an dieser Stelle dennoch kurz umrissen werden.

Witzig oder nicht witzig?

Eine Partie Halt mal kurz dauert rund 20 Minuten, lässt sich also gut in jeden Spieleabend integrieren. Das Spiel ist für 3-5 Spieler ab acht Jahren geeignet. Neben der Anleitung liegen dem Spiel 60 Karten bei, mehr braucht es nicht. Die Spielkarten werden passenderweise auch Stresskarten genannt. Wer seinen ganzen Stress, also alle Karten, loswird, gewinnt das Spiel.

Je nach Anzahl der Teilnehmer werden pro Spieler fünf bis sieben Karten ausgeteilt. Eine weitere Karte kommt in die Tischmitte und dient als Ablagestapel. Die restlichen Karten bilden logischerweise den Nachziehstapel. Reihum legt ihr nun jeweils eine Karte auf den Ablagestapel. Dabei müsst ihr die aufliegende Karte jedoch immer bedienen, wie ihr es aus so vielen Ablegespielen kennt. So muss die gespielte Karte in die gleiche Kategorie, witzig oder nicht witzig, fallen oder über das gleiche Symbol verfügen. Als Symbole gibt es hier den Kleinkünstler, den Pinguin oder das Känguru. Könnt ihr nicht bedienen, müsst ihr eine Karte nachziehen.

Halt mal kurz not to do liste

Geschichte als Kartenspiel

Wenn ihr euch ein wenig in die Känguru-Chroniken eingelesen habt, dann werdet ihr auch mit den Kartentexten etwas anfangen können. Sie wurden in Anlehnung an die Geschichten der Buchvorlage gestaltet. Um Halt mal kurz zu spielen, müsst ihr die Bücher aber nicht kennen. Das Spiel ist für Känguru-Neulinge nicht weniger spaßig. Wie bereits erwähnt, lassen sich die Karten ganz grob in zwei Kategorien unterteilen. Es gibt witzige Karten und nicht witzige Karten. Kommen wir zunächst zu den witzigen Karten.

„Halt mal kurz“. Wenn ihr diese Karte aufspielt, zählt ihr die Hälfte eurer Handkarten ab und gebt sie einem Mitspieler. Sagt mit der Übergabe der Karten immer „Halt mal kurz!“. Das macht diese Witzig-Karte noch witziger. Bei „Die Vollversammlung“ besprechen alle Spieler gemeinsam, wer wem eine Karte geben darf. Findet sich keine Mehrheit, passiert nichts… oder „Nüscht!“ wie Herta sagen würde.

Spielt ihr die Karte „Schnick-Schnack-Schnuck“ fordert ihr einen Spieler zum Duell heraus. Der Gewinner gibt dem Verlierer eine Karte. Bei einem Unentschieden wird so lange weiter gespielt, bis es einen Gewinner gibt. Brunnen ist übrigens auch erlaubt, es sei denn, jemand sagt „Ohne Brunnen!“. Bei „Gruppen-Schick-Schnack-Schnuck“ dürfen alle mitspielen. Spielt ihr diese Karte, tretet ihr gegen die ganze Gruppe an. Dabei vergleicht ihr das Ergebnis mit jedem anderen Spieler. Bei einem Sieg gebt ihr eine Karte weiter, bei einer Niederlage bekommt ihr eine Karte. Bei einem Patt passiert „nüscht“.

Halt mal kurz Sonderkarte

Ein echter Känguru-Klassiker ist „Ach – mein, dein…“. Känguru-Fans wissen, das sind doch alles bürgerliche Kategorien. Mit dieser Karte könnt ihr eure Handkarte mit einem Mitspieler tauschen. „Der Kommunismus“ ist übrigens auch eine witzige Karte, schließlich ist auch das Känguru Kommunist. Wird diese Karte gespielt, werden alle Handkarten der Spieler gemischt und gleichmäßig wieder unter ihnen aufgeteilt.

„Die Not-To-Do-Liste“ ist eine Reaktionskarte. Sie macht eine gegen dich gerichtete Aktion ungültig. Sage dazu: „Das steht auf meiner Not-To-Do-Liste!“. Alternativ könnt ihr diese Karte auch ganz normal ablegen und den Text auf der Karte ignorieren.

Einige Karten sind nicht witzig

Aber auch im Känguru-Land ist das Leben nicht immer nur Zuckerschlecken. So gibt es auch einige Karten, die nicht witzig sind. Dazu gehört in erster Linie „Der Nazi“. Was macht man, wenn man einen Nazi sieht? Draufschlagen! Schlagt also mit der flachen Hand auf die Karte. Am besten möglichst schnell, denn wer zuletzt zuschlägt, bekommt eine Karte.

Auch nicht besonders witzig ist „Die Polizei“. Wähle einen Spieler aus, der ab sofort mit offenen Handkarten spielen muss. Diese Regelung bleibt solange bestehen bis die nächste Polizei-Karte gespielt wird. „Der Kommunismus“ hebt übrigens diese Regelung auch wieder auf. Im Kommunismus spielt schließlich niemand mit offenen Karten. Die Polizei-Karte sieht der Nazi-Karte leider farblich recht ähnlich. Dennoch solltet ihr euch davor hüten, auf einen Polizisten einzuschlagen. Macht ihr es dennoch, zieht ihr eine Strafkarte.

Die letzte Nicht-Witzig-Karte ist „Der Kapitalismus“. Der Kapitalismus gibt denjenigen, die am meisten haben. Also zieht der Spieler mit den meisten Karten jetzt noch zwei weitere Karten. Das ist zwar vielleicht etwas unfair, aber so ist der Kapitalismus eben.

Zu guter Letzt gibt es noch die Sonderkarte „Razupaltuff“. Diese Karte ist in der Tat ziemlich lästig, denn sie kann überhaupt nicht abgelegt werden. Ihr könnt sie jedoch im Rahmen von Aktionen anderer Karten weitergeben.