Starke Konkurrenz?
Seid ihr allein angetreten, wird euch direkt auffallen, dass ein Karrieremodus gänzlich fehlt. So hätte man dem Spieler schon in nationalen Wettbewerben antreten lassen können, um sich so für Olympia zu qualifizieren, verschiedene Trainer anheuern oder sich mit den Tücken des Material auseinandersetzen lassen können. Leider werdet ihr nichts davon in Vancouver 2010 finden, was zur Folge hat, dass ihr ganz allein schon bald den Spaß an diesem Titel verlieren könntet. Um dem entgegenzuwirken, hat man aber immerhin 30 Herausforderungen in das Spiel integriert. Diese tragen ihren Namen teilweise wirklich zu Recht und fordern euch viel Können ab. Eine Bestzeit ist da noch das unspektakulärste, was ihr erreichen müsst. So gilt es beispielsweise auf Skiern so schnell wie möglich durch Kontrollpunkte zu fahren, an denen dann eure Geschwindigkeit gemessen wird. Diese werden anschließend im Ziel addiert und müssen einen bestimmten Wert übertreffen. Im Zweierbob müsst ihr einen bestimmten Topspeed vorweisen oder auf dem Snowboard möglichst wenig carven. Um alle Herausforderungen zu meistern, wird sicher eine gewisse Zeit verstreichen und so manch ein Wintersportler wird auch schon einmal verzweifeln.Für die Langzeitmotivation bietet dieser Titel aber immerhin noch die Mehrspielermodi. Absoluter Trumpf ist sicher das Spielen mit Freunden im eigenen Wohnzimmer. Hier kommt der Ehrgeiz besonders zum Ausdruck und mit den Bekannten lacht und ärgert man sich doch gleich doppelt so gut. Sitzt ihr aber doch mal allein auf der Couch, könnt ihr ja auch noch online gehen. Auch hier steht ihr mit den Mitspielern immer in Kontakt, wenn euch denn danach ist. Packt also das Headset aus und versetzt eure Konkurrenz in Angst und Schrecken, wenn ihr allen erzählt, dass ihr der absolute Profi seid. Ihr könnt einem Spiel beitreten oder selber festlegen, wie viele und welche Disziplinen gespielt werden sollen. Schon in der Warteschleife könnt ihr mit den Mitspielern plaudern, was auch während der Ladezeiten nicht anders ist. Im Wettbewerb könnt ihr dann zur absoluten Pistensau werden und auch schon einmal die Gegner aus dem Weg brüllen. Besonders motivierend ist im Onlinemodus auch die Tatsache, dass ihr in vielen Disziplinen eure Mitspieler als farbige Silhouetten seht und so sogar im Eiskanal auf dem Skeleton zu erkennen ist, auf welcher Position ihr aktuell liegt.

Schneegestöber
Könnt ihr euch was schöneres vorstellen als eine verschneite Winterlandschaft? Klarer Himmel, die Bäume sind mit der weißen Pracht bedeckt und unter euren Füßen knartscht es. Ist aber auch der Anblick von Vancouver 2010 so schön? Wirkliches Trauerwetter bekommt ihr auf jeden Fall nicht geboten. Die Schneelandschaften sind recht hübsch anzuschauen und die Weitsicht ist auch ganz ordentlich gelungen. Zuschauer beleben den Streckenrand und die Stadien, was für ein wenig Wettkampfatmosphäre sorgt. Die Schneeeffekte hätten aber noch etwas deutlicher ausfallen dürfen. Hier hätte man sich Eiskristalle auf dem Bildschirm oder im Eiskanal auch spritzdende Wassertropfen vorstellen können, dies hätte dem Geschehen sicher noch etwas mehr Dynamik verliehen.
Dafür passt das Geschwindigkeitsgefühl, was vor allem in der Egoperspektive zum Ausdruck kommt. Um diesen Eindruck noch ein wenig zu verstärken, gibt es bei hohen Geschindigkeiten eine Art Tunnelblick und die Kamera wird teilweise etwas unruhig. Die Sportler können sich sehen lassen, freuen sich über die Medaillen und zeigen je nach erreichter Platzierung verschiedene Reaktionen. Es genügt zwar nicht, um einen Oscar zu gewinnen und irgendwie wirken sie auch hölzern, aber hier liegt sicher auch nicht der Schwerpunkt der Grafik. Wer sich seinen eigenen Olympioniken basteln möchte, wird aber ein wenig enttäuscht sein, denn ihr werdet auf die vorgefertigten Athleten zurückgreifen müssen.
Hört ihr bei der Abfahrt oder dem Sprung von der großen Sprungschanze den Wind um eure Ohren pfeifen, so wäre ein wenig mehr Jubel, ein paar Äußerungen der Sportler oder auch ein Sportkommentator sicher eine willkommene Abwechslung zur Musik während der Abfahrt gewesen. Bei der Präsentation macht man also nicht wirklich viel falsch, schafft es aber auch nicht dem Spieler ein verblüffendes Staunen abzuringen.