
Es ist wohl die schlechtmöglichste Lage, die man sich vorstellen kann: Man erwacht auf einem Schrottplatz, ohne Erinnerungen, die Freundin von einem finsteren Typen mit einer Knarre bedroht. Natürlich würde der Held von Welt diese wehrlose Frau aus dieser misslichen Lage gerne befreien, doch da gibt es leider ein Problem… der eigene Körper liegt bereits kalt daneben. Hilflos muss man mit ansehen, wie sie von einer Kugel durchsiebt wird und sich sogleich zu einem in die Geisterwelt gesellen wird. Doch halt! Es gibt einen Ausweg aus der Situation. Zum Glück weiß die olle Schreibtischlampe Rat: Mithilfe von sogenannten Geistertricks lassen sich unbelebte Gegenstände manipulieren und mit ein bisschen Sachverstand ist es dann möglich das Unvermeidliche ungeschehen zu machen, bevor es überhaupt eintritt.
- Vier Minuten sind alles, was dir bleibt -
Oben genannte Einstiegsszene, die zugleich als Tutorial dient, ist auch schon ein Musterbeispiel für das grundlegende Spielprinzip von Ghost Trick. Wenn ihr nicht gerade damit beschäftigt seid, den endlosen, aber spannend gestalteten Dialogen zu lauschen, eure inneren Gedanken dazu anhört oder Gegenstände in der näheren Umgebung untersucht, errettet ihr Leute, die irgendwie mit den Ereignissen in Verbindung stehen, vor ihrem Schicksal, in der Hoffnung, mehr über sich selbst und die Hintergründe seines eigenen Todes zu erfahren. Dabei läuft das Grundprinzip stets gleich ab: Ihr reist als Geisterflamme per Telefonleitung an einen neuen Ort, von dem ihr zuvor entsprechende Nummer erhalten habt. Dort angekommen, befinden sich erwähnte Personen zumeist bereits in einer unbequemen Situation respektive sie sind tot.
Die Aufgabe ist klar: Herauszufinden, was vorgefallen ist und es ungeschehen machen. Dabei bewegt ihr euch mittels Touchscreen von einem nahegelegenen Gegenstand zum nächsten. Sind die Objekte zu weit voneinander entfernt, kann Sissel, so der Name des Hauptcharakters, sie mit seinem „Geisterarm“ nicht erreichen. Um an diese zu gelangen, muss der Spieler ein wenig experimentieren, denn die herumliegenden Gegenstände sind teilweise manipulierbar. Ein Wagen kann gerollt, ein Ventilator in Betrieb genommen sowie eine Schranktür geöffnet werden. Leider ist gerade dieser Part recht linear ausgefallen und erst in den späteren Rätseln des Spiels werdet ihr eventuell öfter als einmal überlegen müssen, wie ihr nun von Punkt A zu Punkt B gelangt.
Auf diese hangelt ihr euch dann voran bis ihr euer Ziel, zumeist die frischgestorbene Leiche, erreicht habt. Darauf folgt erst einmal ein Gespräch mit dem verwirrten Geist des Verblichenen, der meist keine Ahnung hat, wer er ist geschweige denn, dass er überhaupt tot ist. Nun wird es erst interessant, denn es geht in der Zeit zurück, vier Minuten vor Eintritt seines Todes. Diese laufen allerdings nicht in Echtzeit ab, sondern sind mal kürzer, mal länger, je nachdem, welche Ereignisse in der Geschichte stattfinden. Die vier Minuten beziehen sich lediglich auf den Storyverlauf.
