
Eigentlich sollte man von einem kreativen Wortspiel-Spiel etwas mehr Finesse erwarten, was die Namensgebung betrifft. Aber manchmal reicht eben auch ein einfaches „Super“ als Attribut, um uns erklären zu können, worum es geht. In einer eher kleineren Kabine wurde bei Warner Bros. der neueste Ableger, oder um es weniger blumig zu sagen der zweite Teil, der Scribblenauts-Serie vorgestellt.
- Man kann das auch mit Worten mit regeln -
Ein kleiner Abriss, was man sich unter Scribblenauts vorstellen sollte, sofern man heute zum allerersten Mal diesen Namen hört: Scribblenauts fällt unter die Kategorie „Keine Grenzen außer des eigenen Vokabulars“. Es müssen diverse Puzzles gelöst werden, indem der Spieler seiner Kreativität freuen Lauf lässt und hilfreiche Objekte erscheinen lässt. Hierfür ist es nur nötig, die jeweilige Bezeichnung des Gegenstandes aufzuschreiben. Die geschriebenen Wörter unterliegen aber einige Regeln: Sie müssen wirklich existieren, dürfen keine Copyright-Verletzungen darstellen und Schimpfwörter oder dergleichen sind ebenfalls unzulässig.
Ein Beispiel: Ein breiter Fluss liegt vor uns und dieser muss irgendwie überquert werden. Faule Naturen dürfen jetzt „Brücke“ eintippen und das Gewässer passieren, die fleißige MacGyver-Generation hingegen könnte UFO oder Jetpack schreiben und so den Fluss überwinden. Wie das Beispiel deutlich macht, ist die einzige denkbare Hürde das eigene Vokabular. Die Aufgaben sind nicht selten so verzwickt, dass selbst eine Person, die über einen breiten Wortschatz verfügt, teilweise sehr lange die Gehirnzellen anstrengen muss, um die richtigen Wörter zu finden. Dem Amokläufer im Menschen wird auch ein Riegel vorgeschoben, denn es ist zwar möglich Atombomben oder Maschinengewehre zu benutzen, allerdings gibt es dafür am Ende eines Rätsels keinerlei Bonus. Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger sind in erster Linie das Fehlen des PAR-Systems, welches pro Level ähnlich wie beim Golfen eine strikte Vorgabe lieferte, wie viele verschiedene Gegenstände man benutzen darf, um noch in der Wertung zu liegen. Ferner wurde nun auch verstärkt darauf geachtet, dass der neue Ableger mit einer Story ausgestattet wird und sich nicht mehr wie eine abgehackte Rätselintervall-Einlage spielt. Bedauerlich nur, dass sich nicht gerade viele Leute für Super Scribblenauts interessiert haben, denn einige verließen das Panel, ohne selber mal den kreativen Geist bemüht zu haben. Man kann nur hoffen, dass diese Art von Edutainment dazu beiträgt, dass Videospiele auch endlich in den Massen als Kulturgut ankommen.
