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Die Burgen von Burgund Kartenspiel im Test

Die Burgen von Burgund kommen euch bekannt vor? Gut möglich, denn schon als Brettspiel sorgte der Titel für Aufsehen. Über Ravensburger ist jetzt das gleichnamige Kartenspiel in den Handel gekommen. Es ist erstaunlich, wie gut Autor Stefan Feld das durchaus komplexe Spiel in eine kleine Box gepresst hat. Doch lest am besten selbst…

Das Kartenspiel zu Die Burgen von Burgund enthält so ziemlich alles, was die Spieler schon am großen Brettspiel-Vorbild so liebten. Ein paar kleine Dinge wurden entschlackt und vereinfacht, doch im Großen und Ganzen bildet sich das Gesamtkonzept des Spiels wunderbar im Kartenspiel ab. Kenner des Originals werden sich auf jeden Fall auch sofort im Kartenspiel zurechtfinden.

Im Tal der Loire

Das Setting von Die Burgen von Burgund hat sich im Kartenspiel natürlich nicht verändert. Wieder spielt ihr einflussreiche Landesherren im Tal der Loire des 15. Jahrhunderts. Durch geschicktes Taktieren führt ihr euer Fürstentum zu Ruhm und Ehre. Dabei stehen euch viele Möglichkeiten zur Verfügung. Egal ob Handel mit Waren oder die Zucht von Vieh, Wissensfortschritt oder Städtebau, jede Aktion bringt euer kleines Reich wieder einen Schritt nach vorne.

In der kleinen Box befinden sich tatsächlich auch nur Karten, 240 Stück an der Zahl, Würfel oder andere Materialien werden nicht benötigt. Ein wenig Platz solltet ihr aber schon einplanen, denn bevor ihr loslegen könnt, müsst ihr noch ein paar Vorbereitungen treffen und das Spielfeld aus Karten aufbauen.

Zunächst bekommt jeder Spieler drei Karten, die später als Auslagen dienen: Fürstentum, Lager und Projekte. Dazu kommt noch eine allgemeine offene Auslage, die sich in sechs Bereiche gliedert. Für die Markierung der Bereiche dienen Karten, die einen Würfel mit den Augenzahlen von eins bis sechs anzeigen. Je nach Anzahl der Spieler werden in der offenen Auslage unterschiedlich viele Aktionskarten verteilt. Dann bekommt jeder Spieler noch ein paar wenige Waren, Tiere, Silber und Arbeiter mit an die Hand und dann kann es auch schon losgehen.

Burgen von Burgund Kartenspiel Inhalt

Würfeln mit Karten

Wie ihr schon bemerkt habt, spielen im Kartenspiel Die Burgen von Burgund Würfel dennoch eine große Rolle. Sie werden diesmal allerdings mit Symbolen dargestellt. Diese Würfelsymbole mit den klassischen Augenzahlen von eins bis sechs, befinden sich auf den Aktionskarten. Zu Beginn jeder von insgesamt fünf Durchgängen, erhält jeder Spieler sechs Aktionskarten. Bei diesen sechs gezogenen Aktionskarten werden die eigentlichen Aktionen jedoch ignoriert. Hier beachtet ihr lediglich die anzeigte Zahl auf dem Würfelsymbol. Der Startspieler beginnt und zieht die obersten zwei seiner sechs Aktionskarten für diesen Durchlauf.

Ihm stehen somit zwei Würfelergebnisse zur Verfügung, von denen er nun eine einsetzen kann. Nach Abschluss der Aktion zieht er eine neue Karte von seinem kleinen Stapel, so dass er beim nächsten Zug erneut aus zwei Würfelergebnissen wählen kann. Da ein Würfel natürlich immer zwischen ein und sechs Augen anzeigt, habt ihr in Die Burgen von Burgund auch sechs unterschiedlichen Aktionen zur Auswahl.

Zum Beispiel könnt ihr euch eine Karte aus der allgemeinen offenen Auslage nehmen. Hier ist die Augenzahl auf eurer Aktionskarte wichtig. Denn ihr dürft euch nur eine Karte aus dem Bereich der Auslage nehmen, die mit der Zahl der Augen auf eurer Karte übereinstimmt. Ihr wählt euch also eine passende Karte aus und legt sie zunächst zu den Projekten. Dabei handelt es sich praktisch und eine Zwischenstation. Die gewählte Karte habt ihr euch zunächst gesichert, sie wurde jedoch noch nicht aktiviert. Maximal könnt ihr allerdings auch nur drei laufende Projekte besitzen. Aktivieren könnt ihr die Projekte dann erst mit der zweiten Aktionsmöglichkeit.

Burgen von Burgund Kartenspiel 01

Hier wählt ihr ein laufendes Projekt aus und legt sie in euer eigenes Fürstentum. Jedes Projekt ist wiederum mit einer Würfelzahl versehen. Um das Projekt abzuschließen, müsst ihr jetzt wieder eine eurer Aktionskarten mit der passenden Augenzahl einsetzen.

Möglichkeit Nummer drei ist der Verkauf von Waren. Mit hell-, mittel- und dunkelbraun gibt es drei unterschiedliche Warentypen. Je nach eingesetztem Würfelsymbol auf der Aktionskarte verändert sich auch der Warentyp, der zu verkaufen ist. Eine verkaufte Ware bringt euch nicht nur Silber, sondern auch ein paar Siegpunkte. Zusätzlich bekommt ihr auch die Startspielerkarte. Liegt diese Karte auch am Ende des Durchgangs bei euch, werdet ihr so zum Startspieler des Folgedurchgangs.

Mit der vierten Option könnt ihr die Zahl eurer Arbeiter wieder auf zwei aufstocken. Arbeiter sind ziemlich praktisch, wenn ihr ein besonderes Würfelergebnis braucht, dieses aber nicht auf der Hand habt. Ein Arbeiter kann die Würfelzahl um einen Punkt nach oben oder unten verändern. Ihr dürft auch mehrere Arbeiter gleichzeitig einsetzen. Um diese Aktion auszuführen, spielt die Würfelzahl auf der abgelegten Aktionskarte keine Rolle.

Gleiches gilt auch für die fünfte Aktionsmöglichkeit. Hier nehmt ihr euch einfach eine weitere Silberkarte vom allgemeinen Vorrat. Mit der sechsten und letzten Möglichkeit könnt ihr Arbeiter oder Silber in Siegpunkte umwandeln. Pro drei abgelegter Karten bekommt ihr einen Siegpunkt hinzu.

Aufbau des Fürstentums

Reiche Landesherren können ihr Silber auch auf eine andere Art gewinnbringend einsetzen. Für drei Silber könnt ihr einmal pro Zug drei weitere Karten vom Nachziehstapel ziehen. Von diesen drei Karten dürft ihr jedoch nur eine einsetzen. Ihr könnt sie entweder als neues Projekt verwenden und somit für eine Aktivierung im Fürstentum vorbereiten oder aber ihr setzt die gezogene Aktionskarte für eine zusätzliche Aktion ein. In diesem Fall verwendet ihr wie gewohnt die abgebildete Würfelzahl auf der Karte.

Burgen von Burgund Kartenspiel 02

Über die Züge und fünf Durchgänge verteilt sammelt ihr so also immer mehr aktivierte Projekte in eurem Fürstentum. Es gibt fünf unterschiedliche Arten von Projekten: Minen, Wissen, Schiffe, Weiden und Gebäude. Für die bessere Übersicht sortiert ihr die Projekte im Fürstentum nach ihrer Art geordnet. Euer Ziel muss es nun sein, möglichst viele Drillinge eines Typs zu sammeln, denn nur für sie gibt es am Spielende zusätzliche Siegpunkte. Darüber hinaus bekommt ihr je nach Durchlauf auch noch weitere Belohnungen wie Arbeiter, Tiere oder Silber zugesprochen. Es lohnt sich weiterhin schnell zu sein. Denn sobald der erste Spieler die dritte Karte einer Art aufeinanderlegt, erhält er eine Bonuskarte, die einen weiteren Siegpunkt wert ist. Wenn alle sieben Karten-Arten im Fürstentum ausliegen, gibt es weitere Siegpunkte. Der schnellste Spieler darf sich auch über die meisten Zusatzpunkte freuen.

Die Projekte im Spiel

Jetzt wollt ihr auch bestimmt noch wissen, was die einzelnen Projekte im Fürstentum bewirken. Sobald ein Projekt dort ausgelegt wird, gibt es sofort einen einmaligen Bonus. So wirft eine Mine direkt zwei Silber aus, während ihr für ein Wissens-Projekt zwei Arbeiter bekommt. Ein Schiff bringt euch eine beliebige Ware und bei einer Weide gibt es ein Tier hinzu.

Die Gebäude sind vielseitig gestaltet und bringen meist mehr als einen Bonus hervor. Manche Gebäude bringen euch sogar eine weitere Aktion ein oder ein weiteres Projekt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Klöster. Sie geben keine direkten Vorteile, lassen sich dafür aber als Joker verwenden. Legt ihr zum Beispiel ein Kloster auf zwei Minen, könnt ihr damit einen Minen-Drilling erstellen. Das funktioniert sogar in umgekehrter Richtung. Legt ihr ein beliebiges Projekt auf zwei Klöster, wird das gelegte Projekt auch zum Kloster und beschert euch ein paar Siegpunkte.

Ein Durchgang dauert so lange, bis kein Spieler mehr Aktionskarten auf der Hand hat. Ohne zusätzlich gewonnene Aktionen hat jeder Spieler pro Durchgang sechs Züge. Nach jedem Durchgang wird die offene allgemeine Auflage wieder aufgefrischt und dann der Startspieler neu ermittelt. Dann geht es direkt weiter in den nächsten Durchgang. Je nach Anzahl der teilenehmenden Spieler dauert eine Partie zwischen 30 und 60 Minuten.