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Chocolatl: Die Cacao-Erweiterung im Test

Mit Chocolatl gibt es nun die erste Erweiterung für das Brettspiel Cacao. Das Spiel rund um die Kakaobohnen schaffte es, einfache Regeln und ansprechende Spieltiefe unter einen Hut zu bringen. Gleich vier neue Module sollen den Cacao-Fans nun noch einmal neues Futter bringen. Wir erklären euch alle Neuerungen im Detail und verraten euch, ob sich Chocalatl für euch lohnt.

Erweiterungen für Brettspiele sind immer so eine Sache. Warum braucht es eine Erweiterung? Haben dem Grundspiel wesentliche Elemente gefehlt? War es in der Basisausführung nicht gut genug? Im Fall von Cacao lassen sich beide Frage mit einem klaren nein beantworten. Im Test schnitt das Brettspiel aus dem Hause Abacus ziemlich gut ab und kommt auch heute noch regelmäßig auf dem Tisch. Besteht da nicht die Gefahr, dass die Erweiterung Chocolatl das Spiel unnötig verkompliziert?

Bau dir dein Spiel

Gleich zu Beginn möchte ich diese Befürchtung entkräften. Viel hilft nicht immer viel, das hat sich wohl auch Autor Phil Walker-Harding gedacht. Anstatt das Spiel mit neuem Material zuzuschütten, beinhaltet die Erweiterung moderate Veränderungen, die zum Experimentieren einladen. Ihr könnt die vier neuen Module nach Belieben in euer Spiel einbauen oder sie eben weglassen, ganz wie es euch am gefällt. Am besten probiert ihr in eurer Runde einfach mal alle Module durch und bastelt euch dann euer eigenes Lieblings-Cacao zusammen.

Chocolatl Plättchen

Beginnen wir mit der Landkarten-Erweiterung. Sie vergrößert die offene Auslage der Urwaldplättchen. Das Landkartentableau wird direkt neben dem Nachziehstapel platziert. Es hat zwei zusätzliche Felder auf dem sich weitere Urwaldplättchen befinden. Recht vom Landkartentableau befinden sich wie gehabt zwei weitere Urwaldkärtchen. Ihr könnt nun auch ein Urwaldstück direkt vom Landkartentableau wählen, müsst aber davor ein Landkartenplättchen investieren. Zu Beginn des Spiels verfügt jeder Spieler über zwei solcher Plättchen. Bevor der nächste Spieler nun jedoch seinerseits neue Urwaldplättchen vom Nachziehstapel zieht, verschieben sich die offen ausliegenden Plättchen nach rechts. Dadurch gelangen die neu gezogenen Urwaldabschnitte zunächst auf dem Landkartentableau und können nur gewählt werden, indem ein Landkartenplättchen ausgegeben wird. Die Landkartenerweiterung lässt sich eigentlich immer gut ins Spiel einbauen. Es müssen keine anderen Teile aus dem Basisspiel entfernt werden. Die Möglichkeiten der Spieler werden aber ein kleines Stück erweitert und es kommt ein Hauch mehr Strategie ins Spiel.

Wasser zu Bohnen

Weiter geht es mit dem Bewässerungsmodul, bei dem zuvor Plättchen ausgetauscht werden müssen. Entfernt vorher eine Einzel- sowie zwei Doppelplantagen. Neu hinzu kommen dafür drei Bewässerungsplättchen. Legt ihr einen Arbeiter an so ein Plättchen an, bekommt ihr gleich vier Kakaobohnen in euren Vorrat hinzu. Allerdings müsst ihr die hohe Ertragsquote mit Wasser bezahlen. Zieht dafür den Wasserträger wieder ein Feld zurück.

Chocolatl Plättchen 01

Das dritte Modul bringt uns endlich auch die Schokolade. Um das Modul zu verwenden, müsst ihr jedoch abermals ein paar Plättchen entfernen. Diesmal trifft es die drei Goldgruben sowie die drei Märkte mit einem Verkaufspreis von drei Goldstücken. Dafür kommen drei Schokoladenküchen ins Spiel. Pro Arbeiter an der Schokoladenküche dürft ihr jetzt eine Kakaobohne in Schokolade verwandeln. Eine Schokoladentafel belegt wie der Kakao einen Vorratsplatz im Dorf. Dargestellt wird die Schokolade mit kleinen Holztafeln, die der Erweiterung beiliegen. Weiterhin gibt es jetzt auch drei Plättchen mit einem Schokoladenmarkt. Auf diesem dürft ihr Kakao für drei Goldstücke oder Schokolade für ganze sieben Goldstücke verkaufen. Habt ihr mehrere Arbeiter anliegen, dürft ihr für jeden Arbeiter neu entscheiden, ob ihr Kakao oder Schokolade verkaufen möchtet.

Hüttenbau im Dschungel

Besonders vielseitig wird es mit dem Hütten-Modul, dem vierten und letzten Teil der Erweiterung. Ins Spiel kommen damit zwölf Hüttenplättchen, die jeweils doppelseitig bedruckt sind. Zu Rundenbeginn kann jeder Spieler eine Hütte seiner Wahl aus dem Vorrat nehmen, wenn er die nötigen Baukosten bezahlt. Die günstigste Hütte gibt es schon für vier Goldstücke, während die Holzpalast des Häuptlings schon 24 Goldstücke kostet. Jede gebaute Hütte bringt euch einen Vorteil im Spiel. Der Marktschreier erlaubt es euch zum Beispiel auf den Zweier-Märkten Kakaofürchte für drei Gold zu verkaufen. Habt ihr dem Schamanen eine Hütte gebaut, müsst ihr beim Überbauen keinen Sonnenstein mehr ausgeben. Die ausgegebenen Baukosten sind übrigens nicht verloren. Der Wert der Hütte wird am Spielende zu eurem Goldvorrat hinzuaddiert.

Chocolatl überlasst es euch selbst, wie das Hauptspiel Cacao am liebsten spielt. Ihr könnt gleich alle vier neuen Module ins Spiel einbauen oder aber auch nur mit einem einzigen Erweiterungsmodul spielen. Das Spielprinzip wird von keinem der vier Module verändert, so bleibt Cacao auch mit Chocolatl noch das gleiche schöne Spiel. Egal für welche Zusammenstellung ihr euch entscheidet, kein Element fühlt sich aufgedrängt oder unpassend an. Fans von Cacao werden sich über die erste Erweiterung sowieso freuen. Allen anderen empfehle ich, sich ganz schnell das Grundspiel zu holen. Vielleicht sogar direkt mit der Chocolatl-Erweiterung…