
Viele Kunden empfinden den Preis des Nintendo 3DS als sehr happig. 250 Euro wird der neue Handheld aus dem Hause Nintendo kosten – legt man 50 Euro drauf, erhält man dafür bereits eine PlayStation 3. Da stellt sich einigen die Frage, ob der Preis von 250 Euro überhaupt gerechtfertig ist. Zum einen müssen wir uns die Hardware-Spezifikationen des Handhelds genauer ansehen. Dieser hat zwei Bildschirme verbaut, von denen einer in der Lage ist stereoskopisches 3D zu erzeugen – ohne Bedarf einer speziellen Shutter-Brille. Aufgrund der neuen Technik und der damit steigenden Herstellungskosten ist ein derart hoher Preis nicht wirklich verwunderlich. Unsummen an finanzieller Mittel sind über die Jahre in die R&D-Abteilung geflossen, um die brillenlose 3D-Technik für Handhelds marktreif zu machen. Noch ist Nintendo Monopoleigner. Nur der Nintendo 3DS kann 3D ohne Brille und genau das wird zu Zeiten beworben, in denen die 3D-Technik dank der Filmindustrie und insbesondere Avatar einen riesen Hype erfährt.
» Unsummen an finanzieller Mittel sind über die Jahre in die R&D-Abteilung geflossen, um die brillenlose 3D-Technik für Handhelds marktreif zu machen. «
Mit einem Preis von 250 Euro/Dollar macht Nintendo nichts anderes, als klug zu wirtschaften. Die Traditionsfirma beruft sich hierbei auf einen wichtigen Punkt im Marketing-Mix: die Abschöpfungsstrategie (Skimming). Nintendo setzt für ihr neues, hochwertiges Produkt einen vergleichsweise hohen Preis an. Das japanische Unternehmen kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken und weiß genau, dass vor allem Core-Gamer zum Start zuschlagen werden. So kann Nintendo die ersten Lieferungen des Nintendo 3DS zu einem gesunden Preis an die Kundschaft bringen und wird dennoch alle Handhelds in Sekundeneile los. Im Laufe der Zeit, wenn der Aha-Effekt etwas abflacht und andere Geräte ebenfalls mit der 3D-Technik auf der Bildfläche hervortreten, wird Nintendo den Preis sukzessiv mindern, wodurch die Verkäufe wieder stark angekurbelt werden. Während Hardcore-Kunden bereits am Anfang zugeschlagen haben, werden nun die Konsumenten geködert, die bereits zu Beginn Interesse zeigten, denen aber der Preis zu hoch war. Nun stimmt das Software-Line-Up und eventuelle Kinderkrankheiten wurden aus der Welt geschafft. Wenn man jetzt nicht zuschlagen sollte, wann dann?
Das japanische Unternehmen hat sich den Preis des Nintendo 3DS also genau überlegt. Auch wenn Nintendo damit einige Kunden verärgert, letztendlich wirtschaften sie klug und vor allem mit finanziellem Erfolg. Die Höhe des Preises ist übrigens Ansichtssache. Kündigt Sony endlich die PSP2 an und die Aussagen einiger Publisher bewahrheiten sich (PSP2 genauso leistungsstark wie PS3), wie preiswert wird dann der 3DS im Gegensatz zur PSP2 aussehen?

AvenNigera schrieb am 25.01.2011 um 18:02 Uhr