
Noch heute gehört das N64-Original The Legend of Zelda: Ocarina of Time für viele Spieler zu den besten Videogames aller Zeiten. Untermauert wird dies von Kritikern: Mit einer Durchschnittswertung von 97,48 Prozent befindet sich das Spiel auf Platz eins der All-Times-Charts von Gamerankings. Ocarina of Time konnte anno 1998 die Spielergemeinschaft verzaubern – keine Frage. Doch mittlerweile sind mehr als zehn Jahre ins Land gezogen. Auch über Ocarina of Time hat sich eine Schicht aus Staub gelegt – kann der stereoskopische 3D-Effekt dafür sorgen, dass Ocarina of Time erfolgreich für den Nintendo 3DS neu aufgelegt wird?
- Willkommen in meiner Kindheit -
Ocarina of Time gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Daher hatte ich Angst. Angst, dass Nintendo mit einer schlechten Umsetzung meine Kindheitserinnerungen schädigen könnte.

Größtenteils hegte ich diese Befürchtung wegen dem Schiebepad. Lässt sich Link damit zielsicher durch die Dungeons navigieren? Ich nahm an einer Demo-Station Platz, griff meine Hände um den Nintendo 3DS und startete einen Abschnitt im Doku-Baum. Ich legte meinen linken Daumen auf das Schiebepad und machte meine ersten Schritte. Zögerlich dirigierte ich Link nach vorne, bis ein Wohlgefühl meinen Körper durchdrang. Das Schiebepad fühlte sich wunderbar ergonomisch an und Link ließ sich überraschend gut steuern. Was für eine Erleichterung!
Nachdem meine größte Befürchtung glücklicherweise nicht eingetroffen ist, konnte ich nach weiteren Neuerungen Ausschau halten. Zuerst sprang mir natürlich der 3D-Effekt ins Auge. „Ähm … ganz nett, mehr aber nicht“, war meine erste Reaktion. Und wisst ihr was? An dieser Feststellung hat sich während des Spielens nichts geändert. Der Tiefeneffekt ist solide, aber sorgt er für offene Münder? Nein. Die Charaktermodelle und Texturen sind detaillierter und schärfer als im N64-Original; wäre auch schlimm, wenn nicht.
Die wohl spielerisch wichtigste Neuerung ist die Itemanzeige am unteren Touchscreen. Klingt zwar nicht spektakulär, vereinfacht den Itemwechsel aber ungemein. Wir erinnern uns an den Wassertempel im Original: Menü aufrufen, Eisenstiefel anziehen, Menü schließen. Fünf Meter gehen. Menü aufrufen, Eisenstiefel ausziehen, Menü schließen … und dieser Ablauf schien endlos. Dank dem Menü am Touchscreen können nun in Echtzeit alle Gegenstände ausgerüstet werden, ohne den Spielfluss zu unterbrechen. Ist ein Blick auf die Karte nötig, muss das Geschehen dank Touchscreen ebenfalls nicht pausiert werden. Damit merzt die 3DS-Fassung den wohl einzigen spielerischen Kritikpunkt der Urfassung aus. Wunderbar!
Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, via Gyroskop aus der Ego-Perspektive zu zielen. Indem ihr den Nintendo 3DS nach oben bewegt, zielt Link auch nach oben. Drückt ihr den Handheld hingegen nach rechts, wird Protagonist Link auch nach rechts sehen. Im Endeffekt handelt es sich hierbei um ein nettes Gimmick. Ich sehe aber keinen Grund, warum man diese Steuerung der traditionellen via Schiebepad vorziehen sollte.