Kein Mitleid mit autistischen Zockern

Warum Microsoft einem 11-Jährigen die Achievements wegnahm


 


Dass Autisten besondere Fähigkeiten haben, wissen wir spätestens seit Dustin Hoffmans Rolle in "Rain Man". Kann man sich das etwa auch bei unser aller Lieblingshobby zunutze machen, beispielsweise um an Achievements zu kommen? Als Julias Jackson, ein elfjähriger Autist aus Seattle, eines Tages seine geliebte Xbox 360 einschaltete, fand er anstelle seiner 1500 Achievements nur noch eine "Cheater"-Beschriftung auf seinem Account "Zombie Kill67".

» Die Mutter beschwerte sich, dass Microsoft den Jungen mit dieser Aktion noch mehr isoliert habe, als er ohnehin schon sei. «

Jennifer Zdenek, die Mutter des Jungen, setzte sich daraufhin mit Microsoft in Verbindung und erhielt eine Email mit dem Hinweis, dass Zocker mit der "Cheater"-Plakette gebrandmarkt werden, sobald sie ihre Achievements "von außen", das heißt in den meisten Fällen durch Hacken, herbeischaffen. "Das Einzige, was wir nach so einer Tat unternehmen, ist es, den Gamerscore des Spielers zu korrigieren und ihn als Cheater zu kennzeichnen. Das Label kann auch auf xbox.com eingesehen werden. Der Spieler kann danach immer noch auf legalem Weg neue Achievements erlangen", so Microsoft.

    Zdenek erzählte Q13FOX daraufhin, dass Xbox LIVE eine wichtige Rolle im Leben ihres Sohnes spielt, da er auf diese Weise mit anderen agieren könne. Stephen Toulouse, Microsofts Director of Police and Enforcement, erklärte, der Account des Jungen sei zu einer Xbox in einer anderen Stadt transferiert worden. Unter den Achievemens befanden sich einige aus Halo 3, die nur online erworben werden können. Es war somit klar, dass die Gamerscore-Punkte offline erspielt worden waren. Die Mutter hält dagegen, ihr Sohn sei ein außergewöhnlich guter Spieler, da er jedes Game in drei bis vier Tagen durchgezockt hat. "Online-Achievements offline zu erlangen, ist ein echtes Kunststück, wenn man die System-Technologie bedenkt. Dies kann nur durch Modifizierung des Accounts erreicht werden." Ein solches "360-Verbrechen" sei nur mithilfe von Julias' Gamertag und Passwort möglich.

    Zdenek erklärte, ihr Sohn habe seinen Gamertag online an einen befreundeten Spieler weitergegeben, so dass er an die Recon-Armor-Rüstung kam. "Ich habe ihn zwar davor gewarnt, Infos einfach weiterzugeben, wusste aber, dass es sich ja nicht um ein wichtiges Bank-Passwort oder ähnliches handelt. Es ging ja nur um ein Spiel. Wir haben uns keine großen Gedanken darüber gemacht und der Junge hat ihm dann einfach die Recon Armor gegeben." Die Mutter beschwerte sich außerdem, Microsoft habe den Jungen mit dieser Aktion noch mehr isoliert, als er ohnehin schon sei. Doch der Firma scheint das egal zu sein: Ob der Junge Autist ist oder nicht, Cheater bleibt Cheater.

    Zdenek resignierte schließlich: "Ich habe entschieden, dass die Energie, die ich in den Kampf gegen so ein großes Unternehmen wie Microsoft stecken muss, zuviel für mich und meinen Sohn ist. Das Wichtigste für mich ist, ihn durchs Leben zu bringen." Als Versöhnungsangebot von Microsoft bekam der Junge zwar seine Achievments nicht zurück, dafür aber einen Monat Xbox LIVE umsonst mit neuem Gamertag. Dieser sei, Zdeneks Aussage zufolge, aber nicht zu aktivieren gewesen ...


Wie seht ihr das? Wie weit würdet ihr gehen, um euch zu wehren, wenn ihr plötzlich zu Unrecht als Cheater gebrandmarkt werdet? Oder würdet ihr einfach mit neuem Gamertag von vorn anfangen?


Laura Szabo für Next-Gamer.de

 

 

Kommentare (6)

#1

Laura schrieb am 28.01.2011 um 21:59 Uhr

Hmm Halo 3 hat USK 18 bzw. ESRB M, was spieltn der das überhaupt mit 11 ;-)
#2

Jack schrieb am 28.01.2011 um 23:01 Uhr

"Dieser sei, Zdeneks Aussage zufolge, aber nicht zu aktivieren gewesen ..."

lol
#3

Gieraffe schrieb am 29.01.2011 um 00:07 Uhr

kA ob solche regeln bei sony ähnlich sind wie bei microsoft, aber irgendwo ist das eh nurn virtueller ego push und ne bildchen/GS sammlerei, also nix was jetz groß was beeinflusst...
spiele bleiben die selben wie zuvor, n neuen nick kann man jederzeit erstellen und den selben spaß kann man danach auch weiterhin haben........aber naja

und n guter punkt das er ab 18 titel spielt mit 11, da passt die mutter aber sehr auf das wohlergehen ihres sohnes auf :)
#4

AvenNigera schrieb am 29.01.2011 um 00:45 Uhr

1 Monat Xbox Live = Lol. 1 Monat Xbox Live, das bereits abgelaufen war = Double Lol xD
#5

Cage_Rain schrieb am 29.01.2011 um 02:25 Uhr

oh keine gute werbung für microsoft, aber cheater sind nunmal cheater ... aber schade für den jungen, der nicht gechatet hat.
#6

rilling schrieb am 29.01.2011 um 17:00 Uhr

Jop.