Fighters Uncaged

Regel Nummer 1 des Fight Club: „Man redet nicht über den Fight Club.“


 

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Regel Nummer 1 des Fight Club: „Man redet nicht über den Fight Club.“ Es wäre wünschenswert, wenn man diese Regel ebenfalls auf Ubisofts Möchtegern-Fight-Club-Kinect-Launchtitel anwenden könnte. Denn Fighters Uncaged ist genau das, was man im Allgemeinen als Kinderkrankheit der Early Adaptor bezeichnen würde. Bei Fighters Uncaged funktioniert nämlich so gut wie gar nichts und Kinect wird hier regelrecht in eine Lächerlichkeit gezogen, die fast schon ihresgleichen sucht. Besonders tragisch, da ja Fighters Uncaged im Vorfeld als kleiner Geheimtipp gehandelt wurde, während man Your Shape (ebenfalls aus dem Hause Ubisoft) als billigen Wii Fit-Abklatsch tadelte. Wie so oft im Leben, kann sich allerdings eine Vorfreude um 180 Grad drehen und zu einem regelrechten Desaster werden.

- So gefrustet, dass ich mir selber eine reinhauen will -

Was erwartet der gestandene Kinect-Spieler von einem Kinect-Brawler? Richtig, für Körpereinsatz belohnt und gefordert zu werden und einmal einen auf dicke Hose zu machen, denn wer von uns würde nicht mal gerne in einer dunklen Seitenstrasse ein bisschen um Ruhm und Ehre kloppen? Erkennung unserer Person ist bei Fighters Uncaged größtenteils ein Desaster. Die Bewegungen werden meistens gar nicht oder fehlerhaft erkannt. Erst dachte ich, es läge an meinem schlabbrigen Couchpotatoe-Kaputzenpullover, der die Erkennung schwer macht. Dem war aber nicht so, denn als ich nur in Boxershorts bekleidet (ja, wir bei Next-Gamer gehen halt aufs Ganze) meine Moves machte, wurden diese ebenso wenig erkannt oder umgesetzt.

   Ich lehne mich jetzt nicht mal all zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass die Erkennung bei Kinect Adventures und Your Shape tatsächlich phänomenal gut war. Man hat bei Fighters Uncaged zu keiner Zeit wirklich das Gefühl, Herr der Situation zu sein. Schlägt man einen Kinnhaken, wird dies teilweise sogar als Fußtritt in die Weichteile gewertet. In anderen Situationen versagte die Erkennung vollständig und randomisierte Bewegungen, die ich gar nicht getätigt hatte. Man merkt dies zumeist daran, dass es für eine gewisse Zeit laggt und der Held eine Standard-Kampf-Combo „Schlag, Schlag, Tritt“ ausführt. Natürlich sind die Gegner schon längst auf Tuchfühlung und polieren uns für unsere Inkompetenz gleich einmal die Fresse nach bester Straßenmanier.

   Man kann es einfach nicht in Worte fassen, wie unglaublich unpräzise das gesamte Spiel ist. Grafisch ist Fighters Uncaged ansprechend, ebenso von der düsteren Fight-Atmosphäre. Wäre Fighters Uncaged ein Controller-Spiel für „Core-Gamer“ geworden, hätte man definitiv ein Auge zudrücken können. Allerdings kann man kein Auge zudrücken, wenn es um Ausweichmoves geht. Hier offenbart sich dann eine fast schon dreiste Methodik, die vielen Kinect-Freunden sehr schnell den Spaß versauen könnte. Die Rede ist von Ausweichmoves. In der Regel geschieht dies durch ruckartiges nach hinten lehnen unseres Körpers. Dies funktioniert in der Praxis allerdings nicht. „Du hast halt nur ein ganz kleines Zimmer und kannst das gar nicht wissen“, werden vielleicht einige behaupten. Denen sei gesagt, dass es unerheblich ist, wie groß das besagte Zimmer oder der Raum ist, denn sobald man aus dem wirklich klar bemessenen Radius des Kinect-Sensors tritt, wird das Spiel pausiert, solange bis man sich wieder in das von Fighters Uncaged benötigte Areal begibt.

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