Die letzten paar Tage waren schon der Horror. Geplagt von Migräne, Blasen an Füßen, knurrendem Magen und einer leeren Brieftasche watschelten wir von einem Termin zum anderen. Welch Glück, dass wir fiktive Personen antreffen konnten, denen es um Welten schlechter ging als uns selbst. Den Anfang machte der gleichnamige Held der Horror-Hoffnung Alan Wake. Auf der gamescom 2009 in Köln hatten wir die Gelegenheit uns eine umfangreiche Präsentation anzusehen und in eine Welt einzutauchen, die grausamer und düsterer war als jeder Alptraum meiner Kindheit. Es ist die Geschichte eines Horror-Schriftstellers, der seit geraumer Zeit mit Schreibblockaden zu kämpfen hat.
Sein erstes Buch war ein Bestseller. Er nutzte die seltsamen Träume, die begannen, als er seine Verlobte kennenlernte. Sie war seine Muse; doch unter mysteriösen Umständen war sie plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Seit jeher konnte er nicht mehr schreiben. Gequält von schlaflosen Nächten hörten auch seine Träume auf - er begann unter Schlaflosigkeit zu leiden.
Aufgrund seines Zustandes sucht er eine Schlafklinik auf, die außerhalb einer kleiner Stadt namens Bright Falls, Washington, liegt. Hier kann er endlich wieder Schlaf finden. Schlaf, der bitter nötig ist, um seine Karriere wieder auf Vordermann zu bringen. Alan kann endlich wieder träumen – es scheint wieder bergauf zu gehen. Doch irgendetwas ist anders; es sind schreckliche Alpträume, die ihm nun im Schlaf verfolgen. Es scheint, als würde er seinen Verstand verlieren, denn der gesamte Komplex der Klinik und die Umgebung der kleinen Stadt nehmen verstärkt die Beschreibungen seines Buches an.

Light reveals the truth
Es beginnt eine Präsentation, die uns begeistern soll. Wir finden uns mit Alans Freund in einer kleinen Hütte wieder. Dieser kauert auf einem Holzstuhl und ist kurz davor sich ins Hemd zu machen. Draußen ist es natürlich duster, die Nacht ist ins Land gezogen. Es ist die Angst, die uns regiert; die Angst, die uns vorsichtig einen Schritt vor den nächsten setzen lässt. Zum Glück ist dies ein Spiel, weshalb wir im Raum zu allererst das Licht ausmachen, damit unser Freund sich direkt in die Hosen macht und darum bettelt, dass wir wieder Licht ins Dunkel bringen. Doch genug herumgewitzt, viel zu lang mit Albernheiten aufgehalten, es folgen knapp 15 Minuten Präsentationsmaterial, das uns beweisen wird, weshalb Alan Wake ein psychologischer Action-Thriller ist.
Überall wo es Licht gibt, wird es immer Schatten geben. Im Krieg gegen die Dunkelheit gibt es nur einen mächtigen Verbündeten - der leuchtende Schimmer des Lichts, der sich im Raum verbreitet. Es wird Zeit die Hütte zu verlassen und in die tiefsten Tiefen des Waldes vorzudringen. Zu aller erst kommen wir in den Genuss der unglaublichen Lichteffekte. Alan feuert mit einer Leuchtpistole in den Himmel, das rote Licht verbreitet sich auf Wegen und Blättern der Bäume. Sie zieht einen rauchigen Schleier hinter sich her - bis sie plötzlich von der Nacht verschlungen wird und verstummt. Doch diese Stille ist nicht von Dauer. Von Westen nähert sich etwas. Ein Helikopter ist am Himmel zu sehen, der sich einmal um die eigene Achse dreht und mit seinem Scheinwerfer durch den gesamten Wald strahlt. Bereits hier wurde uns klar, dass dieses Spiel in Sachen Lichteffekten neue Maßstäbe setzen wird.
Nachdem man die Begeisterung jedes einzelnen Redakteurs im Raum förmlich riechen kann, geht es nun endlich weiter und versuchen etwas von der Story erhaschen zu können. Immer schön dem Pfad entlang, bewegt er sich nach Norden – in Richtung weiterer kleiner Waldhütten. Nur wenige Schritte voreinander gesetzt, hört man plötzlich einen Mann schreien. Wir wollen ihm zu Hilfe eilen, deshalb bewegen uns etwas schneller und legen einen Zahn zu. Doch als uns ein riesiger Baum entgegen kommt, wird uns klar, dass dies erst der Anfang sein wird. Ein Auto kommt plötzlich aus dem Wald gefahren, mit schwach dimmenden Scheinwerfern rollt es über die Straße bis es zum Stillstand kommt. Wir kommen dem Auto näher, vom Fahrer keine Spur. Und wieder ein Hilfeschrei. Dieses Mal extrem laut. Wir begeben uns in die nahegelegene Hütte und finden dort Rusty vor, den Sheriff. Er liegt auf dem Boden, Blut ist deutlich auf seinem Anzug zu erkennen und wir versuchen ihm zu helfen. Doch dann erscheint eine dunkle Gestalt in der Tür, Rusty zieht seinen Revolver, schießt zweimal auf die schwarze Person ein, doch nichts passiert – seine Kugeln scheinen absorbiert zu werden.